Servitengasse wird begrünt und verkehrsberuhigt

Elf neue Bäume, Entsiegelung und neues Wasserspiel beleben „Klein Paris“ im Alsersgrund.

„Klein-Paris“, so nennen viele Wiener*innen das französisch geprägte Servitenviertel zwischen Berggasse bis Pramergasse. Herzstück ist die Servitengasse, die heuer noch neugestaltet, begrünt und gekühlt werden soll. Planungsstadträtin Ulli Sima hat heute gemeinsam mit Alsergrunds Bezirksvorsteherin Saya Ahmad die Pläne zur Attraktivierung der Straße vorgestellt. „Wir attraktiven in ganz Wien Straßenzüge, stets unter dem Motto ‚Raus aus dem Asphalt‘ und ich freue mich, dass wir heuer im 9. Bezirk aktiv werden und das so beliebte Viertel rund um die barocke Servitenkirche verkehrsberuhigen und begrünen“, so Sima. Die Bauarbeiten sollen bis November 2023 abgeschlossen sein.

„Was mit einer mutigen Idee für den Bezirk und einem mehrphasigen Beteiligungsverfahren begonnen hat, kann sich jetzt sehen lassen. Das Servitenviertel wird verkehrsberuhigt, sicherer und klimafitter. Damit entwickeln wir die Lebens- und Aufenthaltsqualität für das gesamte Grätzl und gestalten den öffentlichen Raum im Sinne einer aktiven Klimapolitik weiter“, freut sich Ahmad.

 

 

Mehr Platz für Mensch und Natur

Der Kernbereich der Servitengasse, auf Höhe Grünentorgasse, wird zur Fußgängerzone, die Servitengasse zwischen Grünentorgasse und Pramergasse zur Wohnstraße. Radfahren ist auch weiterhin im gesamten Projektgebiet gestattet.

Die Fußgängerzone in der Servitengasse schließt künftig an die bestehende Wohnstraße in der Grünentorgasse an, wobei die Grünentorgasse zwischen Servitengasse und Müllnergasse 19-19B von der Wohnstraße zur Fußgängerzone wird. Gehsteige werden niveaugleich mit der Straße ausgestaltet.

Entsiegelung kühlt

Entlang des gesamten Straßenzuges werden elf neue Bäume gesetzt und zahlreiche Mikrofreiräume geschaffen. In Summe werden 27 konsumfreie Sitzgelegenheiten errichtet. Ein Trinkbrunnen stellt künftig frisches Quellwasser bereit.

Die neuen Freiräume werden je nach Möglichkeit in heller, sickerungsfähiger Betonsteinpflasterung ausgeführt. Helle Betonsteinpflasterung verhindert das übermäßige Aufheizen der befestigten Flächen bei intensiver Sonneneinstrahlung. Durch die ungebundene Bauweise kann Wasser zwischen den Pflastersteinen versickern und so die Kanalisation entlasten sowie das Mikroklima verbessern, da die Verdunstung besonders in der wärmeren Jahreszeit zu einer Temperaturreduktion führt.

In Summe werden rund 330 m2 in stark verbauten urbanen Straßenzügen mittels Staudenflächen entsiegelt. In der Grünentorgasse wird ein Wasserspiel installiert.

Schwammstadt für vitale Pflanzen

Im Umfeld des Wasserspiels werden vier Bäume mittels Schwammstadtprinzip gepflanzt. Mit dem sogenannten Schwammstadt-Prinzip erhalten die Bäume die besten Voraussetzungen für vitales Wachstum. Damit wird auch unter befestigten Flächen ausreichend Wurzelraum zur Verfügung gestellt, indem die einzelnen Baumscheiben unterirdisch miteinander verbunden sind. Die Niederschläge sowie das Frischwasser des Wasserspiels werden in die Schwammstadt eingeleitet und tragen so zu einer besseren Wasserversorgung der Bäume bei.

Lebenswerte Klimamusterstadt

Finanziert wurde die Umgestaltung aus Mitteln des Bezirks und von Seiten der Stadt Wien aus Mitteln des Förderprogramms „Lebenswerte Klimamusterstadt“. Mit diesem 100 Millionen Euro schweren Förderprogramm stehen von 2021 bis 2025 pro Jahr 20 Millionen Euro für Projekte der Bezirke im Kampf gegen den Klimawandel und dessen Folgen zur Verfügung. Unter anderem werden Umbau-Maßnahmen gefördert, die das Mikroklima positiv verändern und die Aufenthaltsqualität steigern. Die Entsiegelung von Flächen durch das Schaffen von Grünraum, das Zurückholen von Wasser an die Oberfläche für lokale Kühlzonen, Baumpflanzungen oder der Einsatz des Schwammstadt-Prinzips werden dadurch im gesamten Stadtgebiet vorangetrieben und sorgen insgesamt für mehr Lebensqualität. Mit langfristigen Klimamaßnahmen wurden bereits zahlreiche Plätze und Straßen Wiens entsiegelt, begrünt und gekühlt.

(Foto: PID/Christian Fürthner/Stadt Wien)

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