Davor warnt Hans-Peter Hutter, Experte für Hygiene und Mikrobiologie an der Medizinischen Universität Wien, in einem Gespräch mit der Tageszeitung Heute. Seinen Angaben zufolge sind derzeit mehr als 50 Prozent der an das nationale Referenzlabor für Influenza eingesandten Proben positiv auf Grippeviren, während rund zehn Prozent auf SARS-CoV-2 und RSV entfallen.
In der vergangenen Woche waren laut Daten der Österreichischen Gesundheitskasse rund 250.000 Menschen in Österreich erkrankt – mit spürbaren Auswirkungen auf die Krankenhäuser. Aus diesem Grund wurde im Klinikum Klagenfurt erneut eine verpflichtende Maskenpflicht eingeführt.
Krankenhäuser als besonders sensible Orte
Hutter hält diese Maßnahme für vollkommen gerechtfertigt. Krankenhäuser seien Orte mit einer besonders hohen Vulnerabilität, betont er. Wenn sich die Bevölkerung trotz der bekannten epidemiologischen Lage nicht ausreichend selbst schütze, müssten entsprechende Schutzmaßnahmen vorgeschrieben werden. Er geht davon aus, dass diese Entscheidung nach sorgfältiger Abwägung getroffen wurde – nicht zuletzt angesichts der weiterhin emotional aufgeladenen Debatte rund um das Thema Masken.
Die Situation beschreibt Hutter als emotional komplex, aus fachlicher Sicht jedoch relativ eindeutig. In diesem Zusammenhang hält er eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln zwar für sinnvoll, derzeit jedoch für wenig effektiv – vor allem aufgrund der unzureichenden Kommunikation gegenüber der Bevölkerung. Anstelle einer Verpflichtung wären klare und kontinuierlich kommunizierte Empfehlungen ein vernünftiger Schritt. Ein solcher Ansatz sei in den vergangenen Wochen jedoch weitgehend ausgeblieben.
Fachleute bestätigen die Wirksamkeit von Masken
Dieser Einschätzung schließt sich auch die Wiener Virologin Monika Redlberger-Fritz an. Sie betont, dass Masken nach wie vor eine wichtige Schutzfunktion erfüllen. Das freiwillige Tragen von Masken in sensiblen Situationen könne wesentlich zum Schutz vulnerabler Gruppen beitragen und größere Ausbrüche verhindern. Die Maske bleibe ein ernstzunehmendes Mittel – sowohl zur Vermeidung der Weitergabe von Infektionen an andere als auch zum persönlichen Schutz, berichtet Heute.