24-Stunden-Betreuung: Hilfsorganisationen fordern höhere Förderung

Die Hilfsorganisationen Caritas, Hilfswerk und Malteser Care haben im Vorfeld der am Freitag stattfindenden Sitzung der Pflegeentwicklungskommission eine Reform der 24-Stunden-Betreuung gefordert.

Angesichts der hohen Inflation verlangen sie eine Verdoppelung der staatlichen Förderung von derzeit 800 auf 1.600 Euro. Zudem soll die Einkommensgrenze für den Bezug der Unterstützung von 2.500 auf 4.055 Euro angehoben werden.

Nach Ansicht der Organisationen wäre eine Erhöhung auch volkswirtschaftlich sinnvoll. Die Betreuung pflegebedürftiger Menschen in den eigenen vier Wänden verursache deutlich geringere Kosten für die öffentliche Hand als eine Unterbringung in stationären Einrichtungen wie Pflegeheimen.

Die Trägervereine hoffen, dass das Thema in der Sitzung der Pflegeentwicklungskommission behandelt wird. Sozialministerin Korinna Schumann hatte im November angekündigt, dass dort Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der 24-Stunden-Betreuung, wie im Regierungsprogramm vorgesehen, auf den Weg gebracht werden sollen. In dem Gremium sind Bund, Länder und Gemeinden vertreten – die Trägerorganisationen selbst jedoch nicht.

Pflegeverband drängt auf Kompetenzerweiterung

Der Österreichische Gesundheits- und Krankenpflegeverband (ÖGKV) fordert unterdessen eine raschere Umsetzung der geplanten Kompetenzerweiterung für Pflegefachkräfte. Konkret geht es um die Möglichkeit, bestimmte einfache Medikamente selbst zu verschreiben. Dafür ist eine neue Arzneimittelverordnung erforderlich. Bereits im Herbst 2025 war eine entsprechende Medikamentenliste für diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen angekündigt worden.

Der ÖGKV kritisiert nun die anhaltende Verzögerung und verlangt zumindest eine rasche Freigabe einer klar definierten „Over-the-counter“-Liste. Schon im November des Vorjahres hatte der Verband bemängelt, dass die im Juli beschlossene Erweiterung der Kompetenzen noch immer nicht umgesetzt worden sei. Streitpunkt ist weiterhin die vom Gesundheitsministerium per Verordnung festzulegende Medikamentenliste.

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