Das Österreichisches Bundesheer verzeichnet deutliche Fortschritte auf dem Weg zur Umsetzung des Modernisierungsprogramms ÖBH 2032+.
„Richtung und Tempo bei der Umsetzung des Plans 2032+ sind zufriedenstellend“, wird Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) zitiert.
Mehr Personal im militärischen und zivilen Bereich
Besonders hervorgehoben wird der Zuwachs an jungen Menschen in militärischen wie auch zivilen Funktionen. Mehr als 1.200 Personen haben eine Ausbildung zum Offizier bzw. Unteroffizier begonnen, zugleich ist die Zahl freiwilliger Abgänge gesunken.
Auch im zivilen Bereich konnte der geplante Personalstand vollständig erreicht werden: Der vorgesehene Kontingent von 700 zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurde zur Gänze besetzt.
Für die kommenden Jahre sieht Ministerin Tanner die größte Herausforderung in der engen Abstimmung zwischen Beschaffung und Infrastruktur, um neue Systeme reibungslos in den Truppenbetrieb integrieren zu können.
Milliardeninvestitionen in Ausrüstung und Infrastruktur
Der Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr klar auf der Beschaffung neuer Ausrüstung. Neben dem Ankauf von zwölf Trainings- und Kampfjets vom Typ Leonardo M-346 im Gesamtwert von 1,5 Milliarden Euro wurden 315 militärische Drohnen beschafft. Darüber hinaus investierte das Bundesheer in die Modernisierung des Fuhrparks, neue Gefechtsausrüstung, Aufklärungs- und Zielradare sowie Drohnenabwehrsysteme.
In den Bereichen Infrastruktur, Instandhaltung, Energie und Mieten flossen rund 426 Millionen Euro in etwa 700 Projekte, darunter auch zahlreiche kleinere Bauvorhaben. Rund die Hälfte dieser Projekte steht in direktem Zusammenhang mit der Operation „Mission Vorwärts“ sowie dem Bauprogramm ÖBH 2032+.
Sicherheitsaufgaben und internationale Einsätze
Im Rahmen sicherheitspolitischer Aufgaben und im Zusammenhang mit Migration waren von Jänner bis November 2025 durchschnittlich 505 Soldatinnen und Soldaten im Einsatz, die zusammen 168.770 Einsatztage leisteten. Der verstärkte Schutz kritischer Infrastruktur in Wien wurde bis Ende März 2026 verlängert.
International sind derzeit rund 600 österreichische Soldatinnen und Soldaten – darunter 25 Frauen – in 17 Auslandseinsätzen tätig. Die größten Kontingente befinden sich im Kosovo (157), in Bosnien und Herzegowina (194) sowie im Libanon (164).
Zusätzlich standen 500 Soldaten für die EU-Battlegroup 2025 bereit, während seit Herbst 2025 weitere 200 Soldaten in erhöhter Bereitschaft für einen möglichen Einsatz auf dem Balkan gehalten werden.
Eine besondere Aufgabe stellte der Einsatz eines Kontingents des ABC-Abwehrzentrums in der Slowakei dar. Dort unterstützten durchschnittlich 85 Einsatzkräfte Maßnahmen zur Bekämpfung einer Tierseuche.
Abschließend betont das Bundesheer, dass das vergangene Jahr einen wesentlichen Meilenstein in der Modernisierung und Stärkung der Einsatzfähigkeit darstellte – sowohl bei nationalen Sicherheitsaufgaben als auch im internationalen Engagement.