Junge Österreicher bleiben immer länger im Elternhaus

Im vergangenen Jahr lebten rund 26 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher noch bei ihren Eltern.

Die meisten ziehen erst Mitte zwanzig aus dem Elternhaus aus – Männer bleiben dabei häufig länger zu Hause als Frauen. Insgesamt steigt die Zahl jener Menschen, die weiterhin im Elternhaus leben, insbesondere bei Personen über 44 Jahren.

Auszug meist erst Mitte zwanzig

Wann junge Menschen das Elternhaus verlassen, zeigen aktuelle Daten von Statistik Austria, die am Montag veröffentlicht wurden: Die Mehrheit zieht erst Mitte zwanzig aus.

„Im Jahr 2025 leben rund 97 Prozent der Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren weiterhin mit einem oder beiden Elternteilen zusammen. Bei den 25- bis 29-Jährigen trifft das noch auf etwa jede vierte Person zu“, erklärte Manuela Lenk, Generaldirektorin von Statistik Austria, wie krone.at berichtet.

Deutliche Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Auch bei Menschen über 30 Jahren zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Laut Lenk gibt es hier „signifikante Differenzen“. In diesen Altersgruppen leben deutlich mehr Männer als Frauen noch im Elternhaus.

Die detaillierten Zahlen zeigen:
Im Jahr 2025 lebten 62,5 Prozent der 20- bis 24-Jährigen bei ihren Eltern – im Jahr 2005 waren es 61,9 Prozent.

Dabei entwickelten sich Männer und Frauen unterschiedlich:

  • Männer: Rückgang um 4,6 Prozentpunkte (von 71,6 auf 67 Prozent)

  • Frauen: Anstieg um 5,6 Prozentpunkte (von 52,1 auf 57,8 Prozent)

Ein Viertel der jungen Erwachsenen lebt noch zu Hause

Im vergangenen Jahr lebte knapp ein Viertel der 25- bis 29-Jährigen noch im Elternhaus. Laut Statistik Austria ist dieser Anteil in den letzten 20 Jahren jedoch deutlich gesunken (2005: 26,7 Prozent).

Bei Männern ging der Anteil um 6,1 Prozentpunkte zurück – von 35,9 Prozent im Jahr 2005 auf 29,8 Prozent im Jahr 2025.
Bei Frauen blieb der Anteil mit 17,4 Prozent nahezu unverändert.

Der Anteil der Menschen, die noch bei den Eltern wohnen, ist bei den 15- bis 19-Jährigen am höchsten und nimmt mit zunehmendem Alter deutlich ab.

Ab 30 Jahren lebt nur noch eine Minderheit im Elternhaus

Ab dem 30. Lebensjahr lebt nur noch etwa jede zehnte Person bei den Eltern – und dieser Anteil sinkt mit zunehmendem Alter weiter.

In den letzten zwei Jahrzehnten haben sich die Werte in diesen Altersgruppen nur leicht verändert. Bei den 30- bis 34-Jährigen stieg der Anteil geringfügig von 9,8 auf 10,3 Prozent, hauptsächlich aufgrund eines höheren Anteils von Frauen.

Insgesamt ist in der Altersgruppe zwischen 30 und 44 Jahren der Anteil der Männer, die noch im Elternhaus leben, in den vergangenen 20 Jahren gesunken, während er bei Frauen leicht gestiegen ist.

Immer mehr Menschen über 44 leben wieder bei den Eltern

Bei Personen über 44 Jahren ist in den letzten zwei Jahrzehnten hingegen ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.

Die Zahl der Menschen dieser Altersgruppe, die noch im Elternhaus leben, stieg von 37.300 im Jahr 2005 (25.900 Männer und 11.400 Frauen) auf 66.900 im Jahr 2025 (45.100 Männer und 21.800 Frauen).

Während im Jahr 2005 rund 1,1 Prozent der über 44-Jährigen im Haushalt ihrer Eltern lebten, lag dieser Anteil 2025 bereits bei 1,5 Prozent.

Der Anstieg fiel bei Männern stärker aus, obwohl sich die Zahl der Frauen, die im höheren Alter noch mit ihren Eltern zusammenleben, nahezu verdoppelt hat.

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