Junge Wienerinnen und Wiener verzichten zunehmend auf das Auto

Immer mehr junge Menschen in Wien lassen das Auto stehen. Besonders in der Altersgruppe der 21- bis 30-Jährigen ist der Anteil der mit dem Pkw zurückgelegten Wege in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen.

Wie aus einer Analyse des Mobilitätsverhaltens hervorgeht, auf die sich das Büro von Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) gegenüber der APA beruft, sank der Pkw-Anteil bei den 21- bis 30-Jährigen in den vergangenen zehn Jahren um fast zehn Prozentpunkte. Besonders ausgeprägt war dieser Rückgang bei jungen Männern.

Für die Untersuchung wurde ein Zeitraum von 15 Jahren ausgewertet. Grundlage bildete die kontinuierliche Modal-Split-Erhebung der Stadt Wien und der Wiener Linien, die das Verhältnis der verschiedenen Verkehrsformen erfasst. Jährlich werden rund 2.400 Personen befragt, ein Teil davon auch in den Folgejahren, wodurch Veränderungen und langfristige Trends im Mobilitätsverhalten gut nachvollzogen werden können.

Deutlich verändert hat sich vor allem der Anteil der individuell motorisierten Wege – also Fahrten mit dem Auto oder motorisierten Zweirädern als Lenker oder Mitfahrer. Der Rückgang des sogenannten motorisierten Individualverkehrs von 22 auf 13 Prozent dürfte laut Studie auch langfristige Auswirkungen haben. Denn Mobilitätsgewohnheiten, insbesondere die Nutzung des Autos, bleiben demnach mit zunehmendem Alter weitgehend stabil. Ab etwa 30 Jahren verändert sich das Pkw-Nutzungsverhalten kaum noch.

Zudem geben junge Erwachsene ihre Mobilitätsmuster in gewissem Maße an ihre Kinder weiter. Auch hier seien Trends hin zu mehr Radfahren und Zufußgehen erkennbar.

Ein Geschlechtervergleich zeigt, dass insbesondere junge Männer deutlich seltener selbst Auto fahren. Ihr Anteil ist um rund zwei Drittel gesunken: In den Jahren 2020 bis 2024 nutzten nur noch acht Prozent der jungen Männer regelmäßig den Pkw, während es zehn Jahre zuvor noch 23 Prozent waren. Damit hätten sich Männer dem Mobilitätsverhalten gleichaltriger Frauen weitgehend angeglichen.

Der Rückgang der Autonutzung spiegelt sich auch im Besitzverhalten wider. Während in den Jahren 2010 bis 2014 noch 46 Prozent der jungen Wienerinnen und Wiener ohne eigenes Auto lebten, sind es inzwischen 60 Prozent. Viele von ihnen verzichten zwar auf einen eigenen Pkw, greifen jedoch bei Bedarf auf Angebote wie Carsharing zurück.

Insgesamt besitzen 42 Prozent der Wiener Haushalte kein Auto. Diese Haushalte legen 44 Prozent ihrer Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück, 38 Prozent zu Fuß und 14 Prozent mit dem Fahrrad. Besonders häufig verzichten junge Single-Haushalte bis 35 Jahre sowie Alleinerziehende auf ein eigenes Fahrzeug.

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