Bildungsminister Christoph Wiederkehr bestätigte entsprechende Reformüberlegungen. Während Lehrergewerkschaften deutliche Kritik äußern, stoßen die Pläne bei Wirtschaft und Industrie auf Zustimmung.
Kern der Reform ist eine zusätzliche Unterrichtsstunde in der AHS-Oberstufe, die dem Verständnis und der kritischen Auseinandersetzung mit KI gewidmet ist. Der bisherige Informatikunterricht soll zum Fach „Informatik und Künstliche Intelligenz“ ausgebaut werden, zudem ist die Einführung des neuen Unterrichtsfachs „Medien und Demokratie“ vorgesehen.
Finanziert werden diese Neuerungen durch Einsparungen im Sprachbereich: Im Gymnasium soll Latein künftig nur mehr acht statt zwölf Wochenstunden über vier Jahre umfassen. In den meisten Fällen bedeutet das eine Reduktion auf zwei Stunden pro Woche. Auch in Realgymnasien sind Kürzungen geplant, allerdings in geringerem Ausmaß. Eine frei werdende Unterrichtsstunde sollen die Schulen selbstständig gestalten können.
Wiederkehr argumentiert, dass neue gesellschaftliche und technologische Themen Platz im Bildungssystem benötigen. Er räumte jedoch ein, dass acht Stunden Latein derzeit nicht mehr ausreichen würden, um die Voraussetzungen für Studien wie Medizin oder Jus zu erfüllen. Ziel sei es daher, auch diese Zugangsvoraussetzungen entsprechend anzupassen. Gespräche mit Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner laufen bereits.
Scharfe Kritik kommt von der AHS-Lehrergewerkschaft. Diese spricht von einem „Anschlag auf das Gymnasium“ und warnt vor Einschnitten bei Sprachen in einer globalisierten Welt. Zudem wird bemängelt, dass ein neues Fach wie „Medien und Demokratie“ eingeführt werden soll, ohne ausreichend ausgebildetes Lehrpersonal zur Verfügung zu haben.
Positive Reaktionen kommen hingegen aus der Wirtschaft: Industrie und IT-Vertreter sehen in den Plänen einen wichtigen Schritt hin zu einem zeitgemäßen und zukunftsorientierten Fächerangebot an Österreichs Schulen.