Neben Frankreich und Großbritannien will nun auch Österreich nachziehen: Social Media soll hierzulande erst ab 14 Jahren genutzt werden dürfen – idealerweise noch im laufenden Jahr. Das kündigte Digitalstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) am Dienstag im Ö1-„Morgenjournal“ an. Grundsätzlich unterstützen auch SPÖ und NEOS das Vorhaben, Details zu Umsetzung und Zeitplan sind jedoch noch umstritten.
Pröll strebt an, das Verbot mit Beginn des kommenden Schuljahres wirksam werden zu lassen. Bis dahin sollen bereits konkrete Schritte gesetzt und eine technische Lösung erarbeitet werden. Dazu sollen zunächst Expertinnen und Experten gemeinsam mit den Parteien ein entsprechendes Konzept ausarbeiten. Als mögliches Vorbild nannte Pröll das australische Modell, bei dem die Verantwortung für die Alterskontrolle bei den Plattformen liegt.
In Australien kommen dafür unterschiedliche Methoden zum Einsatz – von dem Hochladen eines Ausweises bis hin zu Gesicht- oder Stimmerkennung. Bei Verstößen drohen den Unternehmen hohe Geldstrafen. Genau daran entzündet sich jedoch Kritik: NEOS lehnt dieses Modell ab und warnt vor umfassender Datensammlung. Stattdessen plädiert die Partei für eine europäische Lösung über die geplante Weiterentwicklung der ID-Austria („eID“), die allerdings erst ab 2027 verfügbar wäre.
Auch die konkrete Altersgrenze ist noch nicht endgültig festgelegt. Pröll spricht sich für 14 Jahre aus, da dieses Alter in Österreich mit Geschäftsfähigkeit und den nationalen Datenschutzregeln übereinstimmt. Die SPÖ drängt ebenfalls auf rasches Handeln, während FPÖ und Grüne das Vorhaben unterschiedlich bewerten – von Zensurvorwürfen bis hin zu Forderungen nach strengen Kontrollen und Sanktionen.
Parallel dazu arbeitet auch die EU an einheitlichen Regeln. Mehrere Mitgliedstaaten haben bereits nationale Altersgrenzen beschlossen oder angekündigt. Österreich könnte nun eines der nächsten Länder sein, das Social Media für Kinder und Jugendliche stärker einschränkt.