Demnach erhielt der Kandidat der SNSD, Siniša Karan, 224.384 Stimmen, was 50,54 Prozent entspricht. Sein Herausforderer von der SDS, Branko Blanuša, kam auf 213.513 Stimmen oder 48,09 Prozent.
Karan setzte sich damit mit einem noch größeren Vorsprung durch als bei der Wahl im November des vergangenen Jahres. Damals lag er um 9.577 Stimmen vor Blanuša, nun wuchs der Abstand auf 10.360 Stimmen an.
Der unterlegene Kandidat räumte seine Niederlage ein, verzichtete jedoch darauf, dem Wahlsieger zu gratulieren.
Nach Ansicht von Karan haben die Bürger mit diesem Wahlergebnis deutlich gemacht, wie sie über den Missbrauch von Justizinstitutionen, politische Eingriffe, Versuche der Entmachtung der Republika Srpska sowie über eine Opposition denken, die – so seine Worte – mithilfe internationaler Akteure und politischer Kräfte aus Sarajevo an die Macht gelangen wollte.
In seiner ersten Stellungnahme nach der Bekanntgabe des Ergebnisses erklärte Karan, er werde Präsident aller Bürger sein – ohne Spaltungen und ohne Ausgrenzung.
Branko Blanuša erklärte seinerseits, er sei vom Wahlausgang nicht enttäuscht. Zwar erkannte er seine Niederlage an, Glückwünsche an den Sieger blieben jedoch aus. Aus den Wahlen müssten Lehren gezogen werden, betonte er, insbesondere im Hinblick auf die Unterstützung für die SDS, die aus seiner Sicht von anderen Oppositionsparteien nicht aufrichtig gewesen sei. Zugleich unterstrich er, wie wichtig es sei, dass die Republika Srpska einen Präsidenten und funktionierende Institutionen habe.
Für die Führung der SNSD besteht nach diesem Wahlausgang kein Zweifel daran, dass im Oktober ein weiterer Wahlsieg folgen werde. Ziel sei es, die Republika Srpska weiter zu stärken und voranzubringen.
Diese Wahl sei nicht nur ein Sieg über den Gegenkandidaten, sondern ein Beweis für die Verbundenheit der Bürger mit der Republika Srpska und für ihren souveränen Willen zur Selbstentscheidung, erklärte Željka Cvijanović.
Auch die Koalitionspartner gratulierten Siniša Karan zu seinem Erfolg. Die Bürger der Republika Srpska hätten eine klare Botschaft gesendet, hieß es übereinstimmend.
In jenen Städten, die von der Opposition als problematisch bezeichnet worden waren und in denen die Wahlen größtenteils wiederholt wurden, ging Siniša Karan erneut als Sieger hervor.
Nach den Feierlichkeiten beginnen bereits heute die Vorbereitungen für die Wahlen im Oktober. Bei der SNSD zeigt man sich überzeugt, auch dann triumphieren zu können – die Bürger, so heißt es, wüssten genau, wer sich tatsächlich für die Republika Srpska einsetzt.