Tel Aviv: Proteste gegen den Krieg mit dem Iran

In Tel Aviv sind Hunderte Menschen auf die Straße gegangen, um gegen den anhaltenden Konflikt mit dem Iran zu demonstrieren.

Die Kundgebung fand am zentralen Habima-Platz statt, wo Demonstrierende am Abend mit Plakaten wie „Nicht bombardieren – reden!“ und „Beendet den endlosen Krieg!“ ein Ende der militärischen Eskalation forderten. Auf einem Transparent wurde Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sogar als „größte Bedrohung für die Existenz Israels“ bezeichnet.

Die Behörden hatten die Versammlung aus Sicherheitsgründen auf 150 Teilnehmende begrenzt. Kurz nach Beginn griff die Polizei ein und drängte die Demonstrierenden zurück, die sich auch gegen das Vorgehen der israelischen Armee im Libanon richteten, insbesondere gegen die proiranische Hisbollah-Miliz.

Dabei kam es zu Festnahmen: Dutzende Personen wurden laut Berichten einer AFP-Journalistin vor Ort abgeführt. Einige Demonstrierende kehrten jedoch zurück und setzten ihren Protest sitzend auf dem Platz fort.

Massenproteste auch im Irak

Auch im Irak kam es zu großen Demonstrationen gegen den Krieg. Zehntausende Anhänger des schiitischen Geistlichen Moktada al-Sadr versammelten sich in Bagdad sowie in anderen Städten des Landes. In der Hauptstadt riefen die Menschen Parolen wie „Nein zu Israel“ und „Nein zu Amerika“.

Al-Sadr hatte zuvor zu friedlichen Protesten aufgerufen, um – wie er erklärte – „die zionistisch-amerikanische Aggression zu verurteilen und Frieden in der Region zu schaffen“. Der einflussreiche Geistliche verfügt weiterhin über breite Unterstützung innerhalb der schiitischen Bevölkerung und konnte bereits in der Vergangenheit große Menschenmengen mobilisieren. Trotz politischer Konflikte mit verschiedenen Regierungen ist sein Einfluss auch in staatlichen Institutionen weiterhin spürbar.

Konflikt dauert seit über einem Monat an

Der aktuelle Krieg begann Ende Februar mit Luftangriffen der USA und Israels auf Ziele im Iran. Teheran reagierte darauf mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Anfang März wurde auch der Libanon in den Konflikt hineingezogen.

Seitdem hält die Eskalation an – begleitet von wachsender Kritik und zunehmenden Protesten in mehreren Ländern der Region.

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