Österreich zerschlägt Betrugsnetz: Über 200 Verdächtige, Schaden von fast 5 Millionen Euro

Den österreichischen Behörden ist ein bedeutender Schlag gegen eine neue Form der organisierten Kriminalität gelungen, die dem Staat seit 2024 einen Schaden in Millionenhöhe verursacht haben soll.

Über mehrere Jahre hinweg soll eine Gruppe von Personen aus Syrien, Afghanistan, Pakistan und Marokko das österreichische Sozial- und Steuersystem systematisch ausgenutzt haben. Der entstandene Schaden wird auf rund 4,8 Millionen Euro geschätzt.

Die Ermittlungen begannen Mitte 2024 aufgrund verdächtiger Finanzströme. Schnell verdichtete sich der Verdacht: Hinter professionell verschleierten Geldtransaktionen verbarg sich ein komplexes Netzwerk von mehr als 200 Scheinfirmen. Diese wurden genutzt, um Einkommen und Beschäftigungsverhältnisse vorzutäuschen und unrechtmäßig Steuererstattungen zu beziehen.

Personen mit falschen Identitäten aus Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Bulgarien gründeten gegen geringe Bezahlung Unternehmen – meist im Transport-, Handels- oder Reinigungssektor – und traten als Geschäftsführer:innen oder Beschäftigte auf, obwohl sie tatsächlich nie tätig waren.

Zehn Personen aus Pakistan, Syrien, Afghanistan und Marokko sollen die erlangten Steuergelder in bar abgehoben oder auf eigene Konten transferiert haben. Familienzusammenführungen wurden laut Ermittlungen mithilfe gefälschter Dokumente oder durch Scheinehen ermöglicht, wodurch anschließend Sozialleistungen bezogen wurden.

In einem Fall soll eine junge Mutter ihre Leistungen im Rahmen des Mutterschutzes erheblich erhöht haben. Eine weitere Frau ohne Krankenversicherung wurde bei einer der Firmen angemeldet, um eine kostspielige Operation durchführen zu können.

Besonders brisant: Ein syrischer Staatsangehöriger soll sich mithilfe gefälschter Gehaltsabrechnungen sogar die österreichische Staatsbürgerschaft erschlichen haben. Ein Aberkennungsverfahren wird derzeit geprüft.

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