Mediziner warnen: Übergewicht bei Kindern nimmt drastisch zu

Übergewicht gilt längst als weltweite Gesundheitsbedrohung – mit gravierenden Auswirkungen auch in Österreich. Fachleute schlagen Alarm: Immer mehr Kinder sind von Adipositas betroffen, was das Risiko für Krebs erhöht und chronische Erkrankungen begünstigt.

Starkes Übergewicht steht in engem genetischem Zusammenhang mit bestimmten Krebserkrankungen. Zudem verursachen überschüssige Kilos dauerhafte Entzündungsprozesse im Körper, die langfristig zu chronischen Leiden führen können. Dass diese Entwicklung mittlerweile auch Kinder in Österreich betrifft, wurde am Dienstag bei einer Wiener Fachveranstaltung zum Thema Ernährung und innovative Medizin deutlich gemacht.

Besonders alarmierend sind aktuelle Zahlen: Rund jeder dritte Bub und jedes vierte Mädchen gilt als übergewichtig. Bereits in der dritten Klasse Volksschule leiden etwa vier Prozent der Kinder an extremer Adipositas. Diese Daten stammen aus Erhebungen der Klinik Floridsdorf in Wien.

Als zentraler Treiber der Entwicklung gelten hoch verarbeitete Lebensmittel. Während sie in den USA schon seit Jahrzehnten einen Großteil der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen, holt Europa zunehmend auf. In Österreich liegt der Zuckeranteil in der Ernährung deutlich über den empfohlenen Werten, wobei gesüßte Getränke einen erheblichen Anteil ausmachen. Zusätzlich werden zu viele gesättigte Fettsäuren und Salz konsumiert.

Weltweit waren bereits 2022 rund eine Milliarde Menschen adipös – eine Zahl, die sich seit 1970 etwa verdreifacht hat. Medizinische Studien zeigen inzwischen klare Zusammenhänge zwischen Adipositas und der Entstehung von Tumoren sowie bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems. Insbesondere Bauchfett fördert dauerhafte Entzündungen und erhöht die Mutationsrate von Zellen, was die Krebsentstehung begünstigen kann.

Parallel dazu stellt Mangelernährung ein oft unterschätztes Risiko im Klinikalltag dar. Etwa ein Viertel der stationär aufgenommenen Patientinnen und Patienten ist davon betroffen, was zu deutlich höheren Komplikationsraten, längeren Krankenhausaufenthalten und einer erhöhten Sterblichkeit führt.

Gerade bei Krebserkrankungen ist Gewichtsverlust häufig bereits bei der Diagnose vorhanden. Ein erheblicher Teil der Betroffenen stirbt nicht direkt an der Tumorerkrankung, sondern an den Folgen extremer Auszehrung. Fachleute betonen daher die Bedeutung eines frühzeitigen Ernährungs-Screenings, um rechtzeitig therapeutisch eingreifen zu können.

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