Das Projekt ist Teil des größten Modernisierungsprogramms in der Geschichte des Wiener Gesundheitsverbund und soll Patientinnen und Patienten künftig raschere Hilfe sowie kürzere Wartezeiten bieten.
Gesundheitsstadtrat Peter Hacker bezeichnet den Baustart als starkes Signal für die Wiener Bevölkerung:
„Mehr Raum für schnelle Hilfe ist unser Anspruch. Die neue Erstversorgungsambulanz in der Klinik Landstraße wird genau das leisten. Mitten im Herzen Wiens entsteht eine moderne Anlaufstelle für Menschen, die medizinische Unterstützung brauchen.“
Entlastung für Notaufnahmen, Gewinn für die Region
Mit der neuen EVA wird die medizinische Versorgung in der gesamten Region deutlich aufgewertet. Schon jetzt stammen rund 58 Prozent der Patientinnen und Patienten aus dem 3., 10. und 11. Bezirk, mehr als 80 Prozent sind berufstätige Erwachsene zwischen 20 und 69 Jahren. Aktuell werden an diesem Standort monatlich rund 2.800 bis 3.000 Menschen in der Erstversorgung behandelt.
Erstversorgungsambulanzen haben sich im Wiener Gesundheitssystem längst als effektives Instrument zur Entlastung von Notaufnahmen etabliert. Auch in der Klinik Landstraße zeigt sich dieser Erfolg deutlich: Bis zu 68 Prozent der EVA-Patient*innen konnten 2025 nach ambulanter Behandlung – etwa mit einem Rezept – wieder nach Hause entlassen werden. Das entspricht rund sieben von zehn Personen.
Erfolgsmodell Ärztefunkdienst
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit mit dem Ärztefunkdienst, der die Erstversorgungsambulanzen betreibt. Dadurch gewinnt die Notaufnahme wertvolle Kapazitäten für schwere und komplexe Notfälle.
„Die Zahlen sprechen für sich. Die Kooperation zwischen Ärztefunkdienst und Notaufnahme ist ein Erfolgsmodell. Mit der neuen EVA schaffen wir nun auch die optimalen räumlichen Voraussetzungen, um diesen Weg konsequent fortzusetzen“, betont Michael Binder, Ärztlicher Direktor des Wiener Gesundheitsverbundes.
Moderne Versorgung – auch außerhalb der Ordinationszeiten
Als erste Anlaufstelle bietet die EVA Diagnostik und Behandlung bei akuten allgemeinmedizinischen Beschwerden – ähnlich einer Hausarztpraxis, jedoch auch außerhalb regulärer Öffnungszeiten. Das Leistungsspektrum reicht von Infekten und Schmerztherapie bis zur Versorgung von Schnitt- und Schürfwunden. Ein integriertes Labor ermöglicht schnelle Befundabklärungen.
„Zwei Teams stehen für die Patientinnen und Patienten bereit. Die Zusammenarbeit mit der Notaufnahme funktioniert hervorragend – in den neuen Räumlichkeiten wird sie noch effizienter werden“, sagt Peter Haubenberger, Ärztlicher Leiter der Erstversorgungsambulanzen.
Neuer Eingangsbereich prägt das Erscheinungsbild
Ein markanter Neubau wird künftig das Bild der Klinik Landstraße prägen. Der moderne, einladende Eingangsbereich vereint EVA, Haupteingang und ein neues Geschäftslokal zu einem stimmigen Gesamtbild. Alle Bauarbeiten erfolgen bei laufendem Betrieb – eine logistische Herausforderung, die nur durch enge Zusammenarbeit aller Beteiligten möglich ist.
Auch aus politischer Sicht wird das Projekt als wichtiger Schritt gesehen. NEOS-Gesundheitssprecherin Jing Hu betont, dass viele Menschen Notaufnahmen aufsuchen, obwohl keine klassische Notfallversorgung nötig sei. Die neue EVA ermögliche eine klare Trennung zwischen Notfall- und allgemeinmedizinischer Versorgung, entlaste die Spitäler und verkürze Wartezeiten. Ziel sei es, künftig jedes Wiener Spital mit einer Erstversorgungsambulanz auszustatten.