Das entspricht rechnerisch 42 Tagen unbezahlter Arbeit pro Jahr und markiert den Equal Pay Day am 11. Februar. Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich jedoch eine leichte Verbesserung, die Lohnschere verringerte sich um 0,7 Prozentpunkte.
Als Hauptgrund gilt der stärkere Anstieg der Vollzeiteinkommen von Frauen. Diese legten nominell um 8,1 Prozent zu, während die Einkommen der Männer um 7,2 Prozent stiegen. Gleichzeitig nahm der Anteil der Frauen in Vollzeit leicht zu, während die Vollzeitquote bei Männern etwas zurückging.
Trotzdem bestehen weiterhin strukturelle Unterschiede am Arbeitsmarkt. Rund 62 Prozent der erwerbstätigen Frauen arbeiten in sogenannten „Frauenberufen“, die im Schnitt schlechter bezahlt sind, etwa im Handel, in der Pflege oder im Bildungsbereich. In besser entlohnten „Männerberufen“ sind hingegen nur acht Prozent der Frauen vertreten. Expertinnen und Experten betonen daher die Bedeutung von mehr Kinderbetreuungsangeboten, gerechteren Modellen beim Kinderbetreuungsgeld und größerer Transparenz bei Löhnen. Auch die geplante Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie könnte künftig dazu beitragen, Einkommensunterschiede weiter zu reduzieren.