Ab Juli beziehungsweise September werden zwei zentrale Abschnitte der Wiener Schnellbahn gesperrt. Das teilten die Österreichische Bundesbahnen (ÖBB) und die Wiener Linien am Donnerstag mit. Zusätzlich stehen zahlreiche Bau- und Sanierungsarbeiten im Straßenbahn- und U-Bahn-Netz an.
Ab 4. Juli ist der stark frequentierte Abschnitt zwischen Praterstern und Floridsdorf auf der Stammstrecke gesperrt. Dieser Teil zählt zu den meistbefahrenen Bahnverbindungen Österreichs. Die Sperre dauert bis 6. September. Ab 7. September folgt die Unterbrechung zwischen dem Hauptbahnhof in Favoriten und dem Praterstern in der Leopoldstadt. Weitere Sperren sind ab August zwischen Floridsdorf und Süßenbrunn sowie zwischen Gerasdorf und Jedlersdorf geplant.
Massive Investitionen in die Infrastruktur
Im Zuge der Arbeiten erneuern die Wiener Linien während der Sommermonate rund 12,5 Kilometer Gleise im Straßenbahnnetz. Auch im U-Bahn-Bereich sind umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen vorgesehen. Die ÖBB modernisieren auf der Stammstrecke wesentliche Teile der Infrastruktur, darunter Viadukte und Sicherungssysteme. Ziel ist es, künftig längere und modernere Zuggarnituren einsetzen zu können.
Die Bauwerke stammen teilweise aus dem 19. Jahrhundert – einige sogar aus dem Jahr 1860 – und lassen eine einspurige Bauweise nicht zu. Unter anderem wird die Ungarbrücke abgetragen, mehrere Viadukte werden vollständig erneuert. Zusätzlich entstehen barrierefreie Bahnsteige.
Die Kosten für die Maßnahmen belaufen sich bei den ÖBB auf rund eine Milliarde Euro. Die Wiener Linien machten keine Angaben zur Höhe ihrer Investitionen.
Ersatzverkehr und Informationsoffensive
Für die Dauer der Sperren wurde gemeinsam mit dem Österreichisches Institut für Raumplanung (ÖIR) ein umfassendes Ersatzverkehrskonzept erarbeitet. Linien werden verstärkt, Intervalle verdichtet und zusätzliche Ersatzangebote eingerichtet. Dennoch sei die Bewältigung des zusätzlichen Fahrgastaufkommens – insbesondere zu den Spitzenzeiten – eine große Herausforderung.
ÖBB und Wiener Linien appellieren daher an die Fahrgäste, sich frühzeitig zu informieren und wenn möglich auf Randzeiten auszuweichen. „Es wird punktuell voll werden“, räumte ÖBB-Infrastruktur-Vorstandschefin Judith Engel ein und bat um Verständnis für die Einschränkungen.
Begleitet werden die Bauarbeiten von einer groß angelegten Informationskampagne mit Plakaten, Foldern, Durchsagen und Monitoranzeigen im gesamten Verkehrsverbund Ost-Region. So sollen Fahrgäste ihre Wege weiterhin verlässlich planen können – auch wenn sie dafür stellenweise mehr Zeit einrechnen müssen.