Renovierung der Räumlichkeiten in Dachverband für Serbischer Vereine in Wien

In Österreich gibt es eine große Anzahl von Vereine aus dem ehemaligen Jugoslawien, die sich mit kulturellen und sportlichen Aktivitäten befassen.

Diese Vereine tragen wesentlich zur Wahrung der Sprache und Identität dieser Menschen bei, sind aber auch eine Form der Verbindung zu Herkunftsländern und Institutionen der Republik Österreich. Die ersten Vereine wurden in den frühen 70er Jahren des letzten Jahrhunderts gegründet. Viele funktionierten mehrere Jahre oder mehrere Jahrzehnte und alle hatten immer gewisse organisatorische Probleme zu bewältigen. Im Gespräch mit den Vereinsleitungen kann der Schluss gezogen werden, dass es zwei Hauptprobleme gab: die Finanzierung von Vereine und geeignete Räumlichkeiten.

Einer der wenigen, der seit 1970 in seinen Räumlichkeiten ist, ist der Jedinstvo-Verein aus Wien. Dieser Verein feiert am 5. Oktober im Wiener Rathaus unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Dr. Michael Ludwig seinen 50. Geburtstag. Fotos an den Wänden des Vereins sind der beste Zeuge für die Aktivitäten unserer Leute in die letzten fünfzig Jahre.

Der Verein Jedinstvo aus Wien war sicherlich mit ein Grund, eine vielzahl von Vereine in Wien und in ganz Österreich zu gründen. Aufgrund der wachsenden Anzahl von Vereine und der Erweiterung ihres Tätigkeitsbereichs wurde 1975 der Sport- und Kulturverband der jugoslawischen Arbeiter gegründet, dem alle Vereine aus Wien angehörten.

Die ersten Räumlichkeiten dieses Vereines befanden sich in der Margaretenstraße im fünften Wiener Bezirk, der seit 1978 als Heimat der Jugoslawen als „Branko Radičevic“ bekannt war. Fünf Jahre später wurde das Folkloreensemble „Branko Radičevic“ gegründet und seitdem arbeitet das Team in den selben Räumlichkeiten.

Mit dem Zerfall des ehemaligen Staates funktionierte die Heimat der Jugoslawen nicht mehr und die Gemeinschaft zog in den zehnten Wiener Gemeindebezirk- Favoriten, zuerst in die Hoffherrgasse und ab 1998 in die Gudrunstraße, wo sich der Verein noch heute befindet.

Seit der Übersiedelung in diesem Bezirk bestand von Anfang an eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde Wien und der Vereinsleitung und den Institutionen der Stadt Wien. In diesen Tagen wird ein allgemeiner Umbau sowie Renovierung der Räumlichkeiten durchgeführt. Die Arbeiten beinhalten: ein neues Heizungssystems, Erneuerung der Beleuchtung, Garderobe, Aufenthaltsräume sowie die Neugestaltung des Büros des Präsidenten und Erneuerung vom Stiegenaufgang des Eingangbereiches. Mit gemeinsamen Anstrengungen des Dachverbands der serbische Gemeinde in Wien und des Vereins Branko Radičević sowie der Arbeitseinsatz von deren Mitglieder werden die Räumlichkeiten erneuert.

Der aktuelle Baufortschritt der Räumlichkeiten des Vereins wurde auch von Marcus Franz, dem Bezirksvorsteher von Favoriten, der diese „kleine Baustelle“ besuchte und die Realisierung dieses Projekts unterstützte, besichtigt.
Bezirksvorsteher Marcus Franz ist, wie uns im Verein Branko Radičević mitgeteilt wurde, einer der österreichischen Politiker, der die Arbeit der Vereine in diesem Bezirk anerkennt und regelmäßig unterstützt und versteht , wie wichtig das Funktionieren der Vereine für die Wahrung der Kultur, Sprache und nationalen Identität für eine gesellschaftliche Entwicklung insgesamt ist. Ebenso, dass die Arbeit der Vereine ein wesentlicher Faktor für den Integrationprozess der Wiener Migranten in dieser Stadt ist.

(dunav.at)

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