Wie das italienische Nachrichtenportal Il Piccolo berichtet, sind die Urheber dieser Aktion bislang unbekannt, doch wird das Ereignis bereits als Provokation gewertet.
„Wer auch immer die Provokateure sind, sie werden identifiziert. Es ist eine erbärmliche Geste der Unterstützung für eines der drei totalitären Regime“, erklärte ein Vertreter der Stadtverwaltung.
Auch wenn die Motive für das Aufhängen der jugoslawischen Fahnen nicht bekannt sind, wird darauf hingewiesen, dass diese in Italien gelegentlich als Symbol des Widerstands gegen den erstarkenden Faschismus und historischen Revisionismus verwendet werden, berichten die Medien.
Zahlreiche italienische Antifaschist:innen und Linke zeigen bis heute Respekt für den jugoslawischen Partisanenwiderstand, insbesondere in Norditalien, wo die Nachkriegs-Gebietsstreitigkeiten tiefe Spuren hinterlassen haben.
Im Februar 2023 trugen Demonstrierende während studentischer Proteste in Florenz, die nach einem Angriff von Neofaschisten auf Schüler:innen stattfanden, ebenfalls Fahnen der SFRJ – ein Bild, das auch auf dem Balkan für große Aufmerksamkeit sorgte.
Das Aufhängen jugoslawischer Fahnen im Zentrum von Gorizia erfolgt zu einer Zeit, in der die politische Landschaft Italiens tief gespalten ist. Die Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, bekannt für ihre rechtsgerichtete Haltung, wird häufig des historischen Revisionismus bezichtigt – was linke Gruppen zusätzlich zu symbolischen Widerstandsaktionen anspornt.
Unter italienischen Fußballfans – besonders bei Anhänger:innen linksorientierter Klubs wie Livorno, Bologna oder bestimmter Fraktionen der Roma – gilt die jugoslawische Fahne als Symbol für Antifaschismus und Internationalismus.