Kampagne für mehr Rücksicht in den Öffis startet: „Host kan Genierer?“

Lautes Telefonieren über Lautsprecher, Musik ohne Kopfhörer oder der letzte Bissen Knoblauchpizza in der U-Bahn – was für manche harmlos wirkt, sorgt bei vielen Fahrgästen für Ärger

Genau hier setzt die neue Kampagne der Wiener Linien an. Unter dem Titel „Host kan Genierer?“ sollen die täglich mehr als 2,4 Millionen Fahrgäste auf klare Spielregeln und mehr gegenseitige Rücksichtnahme aufmerksam gemacht werden.

Mit humorvollen Motiven, einem Kampagnensong in Anlehnung an einen Klassiker von Georg Danzer, Social-Media-Postings, Durchsagen in den Stationen sowie verstärkten Kontrollen startet nun die Offensive.

„Wo täglich Millionen Menschen aufeinandertreffen, braucht es klare Spielregeln und gegenseitige Rücksichtnahme“, betont Öffi-Stadträtin Ulli Sima. Lautstarke Telefonate über Beziehungsprobleme, Einkaufsliste oder Wochenendplanung interessierten schließlich niemanden im Waggon. Öffentliche Verkehrsmittel seien ein gemeinsamer Raum, der Respekt verlange – rücksichtsloses Verhalten sei daher nicht akzeptabel.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Linien werden die Einhaltung der Regeln künftig verstärkt kontrollieren und bei Fehlverhalten ermahnen. Gleichzeitig soll auch die Zivilcourage der Fahrgäste gestärkt werden, um andere auf die bestehenden Regeln aufmerksam zu machen.

Auch Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke, unterstreicht die Bedeutung der Initiative: „Rücksichtnahme ist kein Luxus, sondern die Basis für ein funktionierendes Miteinander – gerade in einem System, das täglich Millionen Menschen bewegt.“

Umfrage zeigt deutliche Wahrnehmungslücke

Eine von den Wiener Linien beauftragte Umfrage unter rund 800 Personen zwischen 16 und 75 Jahren bestätigt den Handlungsbedarf. Nur neun Prozent der Befragten geben an, selbst schon einmal laut über Lautsprecher telefoniert oder Videos ohne Kopfhörer geschaut zu haben. Gleichzeitig fühlen sich 86 Prozent durch genau dieses Verhalten gestört. 92 Prozent halten es für wichtig, darauf zu verzichten.

Die Ergebnisse zeigen eine klare Diskrepanz: Das eigene Verhalten wird häufig als weniger störend wahrgenommen, als es für andere tatsächlich ist. Genau hier setzt die Kampagne an und will Bewusstsein für die Auswirkungen des eigenen Handelns schaffen.

Information, Kontrollen und ein Augenzwinkern

Wie bereits beim 2019 eingeführten Essverbot in der U-Bahn setzt die Offensive zunächst auf Information und Sensibilisierung. „Unsere Regeln sind klar und gelten für alle. Die meisten Fahrgäste halten sich daran. Mit der Kampagne wollen wir jene erreichen, die sich der Wirkung ihres Verhaltens oft nicht bewusst sind“, sagt Wiener-Linien-Geschäftsführerin Alexandra Reinagl.

Ab 9. März werden die Kampagnenmotive im gesamten Stadtgebiet auf Plakaten zu sehen sein. Überzeichnete Darstellungen – etwa ein riesiges Handy, das den ganzen Waggon beschallt, eine überdimensionierte Leberkäsesemmel oder ein gigantischer Rucksack – sollen verdeutlichen, wie störend scheinbar kleine Dinge für andere sein können.

Der Claim „Host kan Genierer?“ greift dabei bewusst einen typischen Wiener Ausdruck auf und bringt die Botschaft auf den Punkt: Öffis sind ein gemeinsamer Raum – und Respekt gehört dazu.

Kampagnensong als musikalischer Appell

Zentraler Bestandteil der Initiative ist außerdem der Song „Ka Genierer“, eine neu interpretierte Version des Georg-Danzer-Klassikers „I bin a Kniera“. Der Song greift mit Humor typische Situationen aus dem Öffi-Alltag auf und soll die Botschaft der Kampagne zusätzlich hörbar machen.

Weitere Informationen zur Kampagne sowie zur Hausordnung der Wiener Linien sind auf der Website der Wiener Linien zu finden.

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