Nach bereits umgesetzten Einsparungen in Milliardenhöhe sieht der Minister keinen Spielraum mehr für zusätzliche Ausgaben. Für die Jahre 2027 und 2028 sei daher ein weiteres Sparpaket „unvermeidlich“.
„Es besteht ein zusätzlicher Konsolidierungsbedarf – daran gibt es keinen Zweifel“, erklärte Marterbauer im Gespräch mit der Kronen Zeitung. Zugleich begrüßte er Vorschläge des Fiskalrats und betonte, dass auch sein Ministerium bereits konkrete Maßnahmen vorbereitet habe.
Ziel: Defizit unter drei Prozent senken
Die Bundesregierung verfolgt das klare Ziel, das Budgetdefizit wieder unter die EU-Grenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu bringen.
Bereits für 2026 sind umfangreiche Maßnahmen geplant:
- Einsparungen durch geringere Staatsausgaben
- zusätzliche Einnahmen durch Steuererhöhungen
- Gesamtvolumen: rund neun Milliarden Euro
Der Präsident des Fiskalrats, Christoph Badelt, rechnet damit, dass die zusätzlichen Sparmaßnahmen im Jahr 2028 etwa zwei Milliarden Euro betragen werden – deutlich weniger als in den Vorjahren.
Wirtschaft auf Erholungskurs – aber Risiken bleiben
Trotz der Sparpolitik sieht Marterbauer Österreich derzeit auf einem „guten Weg“:
- Die Wirtschaft zeigt erste Erholungstendenzen
- Die Inflation ist auf etwa zwei Prozent gesunken
- Die Budgetkonsolidierung verläuft planmäßig
Dennoch hängt die wirtschaftliche Stabilität laut Minister nicht nur von nationalen Maßnahmen ab, sondern auch stark von der internationalen Lage.
Konflikte als Gefahr für Europa
Besonders besorgt zeigt sich der Finanzminister über die geopolitische Entwicklung im Nahen Osten. Er warnte, dass ein anhaltender Konflikt zwischen den Vereinigte Staaten, Israel und Iran erhebliche wirtschaftliche Folgen für Europa haben könnte.
Ein länger andauernder Krieg wäre „äußerst gefährlich“ für die wirtschaftliche Entwicklung, so Marterbauer, der zugleich zu einer raschen Deeskalation aufrief.
Unsichere Perspektiven
Wann sich die internationale Lage stabilisieren wird, ist derzeit unklar. Gerade deshalb müsse Österreich flexibel bleiben und seine Finanzpolitik laufend anpassen, betonte der Minister abschließend.
Mit dem angekündigten Sparkurs stellt sich die Regierung auf wirtschaftlich herausfordernde Jahre ein – zwischen notwendiger Haushaltsdisziplin und globalen Unsicherheiten.