Strengere AMS-Regeln verändern den Arbeitsmarkt in Österreich

Neue Regelungen zur Zuverdienstmöglichkeit für Arbeitslose in Österreich zeigen bereits spürbare Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt.

Laut Daten aus Kärnten ist die Zahl jener Personen deutlich zurückgegangen, die neben dem Bezug von Arbeitslosengeld einer geringfügigen Beschäftigung („Minijob“) nachgehen.

Diese Entwicklung ist auf neue Bestimmungen des Arbeitsmarktservice Österreich zurückzuführen, die den Zuverdienst während der Arbeitslosigkeit stärker einschränken.

Einschränkung des Zuverdienstes für Arbeitslose

Nach den neuen Regeln wurde die Möglichkeit, neben dem Bezug von Arbeitslosengeld zu arbeiten, erheblich reduziert.

Einkünfte aus geringfügiger Beschäftigung sind für die meisten Leistungsbezieher nicht mehr zulässig. Ausnahmen bestehen nur für bestimmte Gruppen:

  • Personen über 50 Jahre
  • Menschen mit Behinderung
  • Langzeitarbeitslose in besonderen Fällen

Alle übrigen Betroffenen mussten diese Form der Beschäftigung spätestens bis Ende Januar 2026 beenden.

Rückgang der „Minijobs“ um ein Drittel

Statistische Daten zeigen einen deutlichen Rückgang jener Arbeitslosen, die gleichzeitig geringfügig beschäftigt waren.

In Kärnten sank ihre Zahl innerhalb eines Jahres um rund 30 %. Konkret ging sie von über 1.000 auf etwa 711 Personen zurück.

Diese Entwicklung verdeutlicht, dass sich die neuen Regelungen rasch auf den Arbeitsmarkt auswirken.

Doppelte Wirkung: mehr Beschäftigung, aber auch Einkommensverluste

Ein Teil der Betroffenen wechselte nach dem Wegfall der Zuverdienstmöglichkeit in reguläre Beschäftigungsverhältnisse, häufig in Form von:

  • freien Dienstverträgen
  • Teilzeitbeschäftigung
  • kurzfristigen Tätigkeiten mit voller sozialer Absicherung

Gleichzeitig zeigen die Daten, dass die Zahl der Übergänge in stabilere Arbeitsverhältnisse nicht dem Rückgang der geringfügigen Beschäftigung entspricht.

Das bedeutet: Ein Teil der Betroffenen verliert zusätzliches Einkommen, ohne sofort eine Alternative zu finden.

Ziel der Reform: weniger „Minijobs“, mehr stabile Beschäftigung

Die neuen Maßnahmen zielen darauf ab, die langfristige Kombination von Arbeitslosigkeit und geringfügiger Beschäftigung zu reduzieren und den Übergang in reguläre Jobs zu fördern.

Das AMS geht davon aus, dass sich der Arbeitsmarkt mittelfristig anpassen wird. Kurzfristig zeigen sich jedoch vor allem Rückgänge bei flexiblen Beschäftigungsformen.

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