Rückgang der Migration nach Österreich

Im ersten Quartal 2026 wurden in Österreich knapp 2.600 Asylanträge gestellt. Das entspricht einem Rückgang um rund 2.160 Anträge bzw. 45 Prozent.

Zum Vergleich: Im selben Zeitraum vor zwei Jahren waren es noch fast 7.000 Anträge. In den ersten Monaten dieses Jahres erhielten etwa 3.500 Personen einen Schutzstatus.

Von insgesamt 2.598 Anträgen in diesem Jahr waren lediglich 1.074 sogenannte Erstanträge, also von Personen, die neu ins Land eingereist sind. Die übrigen Anträge entfallen auf Folgeanträge, Familienzusammenführungen sowie auf Kinder, die nach der Ankunft ihrer Eltern in Österreich geboren wurden.

Nur 42 Anträge von unbegleiteten Minderjährigen

Zuletzt kam es – insbesondere zwischen Niederösterreich und der Bundesregierung – zu Spannungen hinsichtlich der geplanten automatischen Obsorge für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, vor allem im Hinblick auf die Kostenfrage. Ihre Zahl ist in diesem Jahr allerdings äußerst gering: In den ersten drei Monaten wurden lediglich 42 Asylanträge von unbegleiteten Minderjährigen gestellt.

Familiennachzug weiterhin marginal

Der Familiennachzug spielt weiterhin nur eine untergeordnete Rolle, da er derzeit nur in Ausnahmefällen bewilligt wird. Bis Ende März sind auf diesem Weg lediglich 25 Personen nach Österreich eingereist. Diese Regelung läuft Mitte des Jahres aus und soll durch ein umstrittenes Quotensystem ersetzt werden. Wie viele Personen künftig im Rahmen des Familiennachzugs einreisen dürfen, ist derzeit noch unklar.

Entlastung des Versorgungssystems

Der Rückgang der Asylanträge, den das Innenministerium vor allem auf präventive Maßnahmen wie verstärkte Grenzkontrollen zurückführt, führt auch zu einer Entlastung der Grundversorgung. Anfang April befanden sich 49.839 Personen in diesem System – rund 3.000 weniger als zu Jahresbeginn. 58 Prozent der Betroffenen sind keine Asylwerber, sondern Vertriebene aus der Ukraine.

Mehr subsidiärer Schutz als Asyl

In den ersten drei Monaten wurde insgesamt 3.549 Mal ein Schutzstatus zuerkannt. Dabei wurde subsidiärer Schutz zuletzt etwas häufiger gewährt als Asyl (1.620 gegenüber 1.589 Fällen). Zusätzlich wurden 340 humanitäre Aufenthaltstitel erteilt.

Staatsangehörige aus Afghanistan haben weiterhin sehr gute Chancen auf Asyl: Mehr als zwei Drittel ihrer Anträge wurden positiv entschieden.

Syrer erhalten häufiger subsidiären Schutz

Bei Antragstellern aus Syrien zeigt sich hingegen ein anderer Trend: Seit dem Machtwechsel in Damaskus wird häufiger subsidiärer Schutz gewährt. In diesem Jahr wurde Syrern in 579 Fällen Asyl zuerkannt, während in 1.432 Fällen subsidiärer Schutz gewährt wurde. Dieser Status ist jedoch mit gewissen Einschränkungen verbunden, etwa hinsichtlich der Befristung und des Familiennachzugs.

Laut Angaben des Innenministeriums sind seit den politischen Veränderungen rund 1.100 Syrer in ihr Herkunftsland zurückgekehrt.

Anteil von Syrern und Afghanen sinkt

Insgesamt ist ein Rückgang des Anteils von syrischen und afghanischen Staatsangehörigen zu beobachten. Im laufenden Jahr entfielen 51 Prozent der Asylanträge auf diese beiden Gruppen, die seit Jahren die Statistik dominieren. Im Vorjahr lag ihr Anteil noch bei 58 Prozent, vor zwei Jahren sogar bei 68 Prozent.

Regierung hält an restriktivem Kurs fest

Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) will den eingeschlagenen Kurs beibehalten. Der Kampf gegen illegale Migration werde konsequent fortgesetzt, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Der deutliche Rückgang der Zahlen zeige, dass die Maßnahmen in Österreich und Europa Wirkung zeigen. Ziel bleibe es, die illegale Migration weiter in Richtung null zu reduzieren.

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