Nach übereinstimmenden Berichten von CNN und der New York Times wollen sie damit einer möglichen Anklage wegen Missachtung des Kongresses zuvorkommen.
Die Anwälte des Ehepaars teilten dem zuständigen Ausschuss des Repräsentantenhauses mit, dass Bill und Hillary Clinton bereit seien, zu gemeinsam abgestimmten Terminen persönlich und unter Eid auszusagen. Zuvor hatten sich beide über Monate hinweg geweigert, im Zuge der Untersuchungen zum Fall des verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein vor dem Kongress zu erscheinen.
Gleichzeitig werfen die Clintons dem republikanischen Vorsitzenden des Aufsichtsausschusses, James Comer, vor, die Ermittlungen aus politischen Gründen voranzutreiben. Ob Comer das Angebot annimmt, blieb zunächst offen. Die republikanische Führung hatte zuletzt ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses gegen das Ehepaar in die Wege geleitet. Eine Verurteilung eines ehemaligen US-Präsidenten in einem solchen Zusammenhang wäre beispiellos.
Nach Angaben des Ausschusses geht es bei dem Streit darum, dass die Clintons Vorladungen über Monate hinweg nicht nachgekommen seien. Allerdings wurde auch zahlreichen anderen Zeugen gestattet, schriftliche Aussagen einzureichen, ohne persönlich vor dem Ausschuss erscheinen zu müssen. Die Clintons und die Demokraten werfen den Republikanern vor, eine öffentlich übertragene Anhörung bewusst zur politischen Inszenierung nutzen und damit von den Verbindungen Donald Trumps zu Epstein ablenken zu wollen.
Nun erklärten die Clintons, sie seien bereit, persönlich auszusagen. „Sie freuen sich darauf, einen Präzedenzfall zu schaffen, der für alle gleichermaßen gilt“, schrieb ein Sprecher des ehemaligen Präsidenten auf der Plattform X.
Bill Clintons Name sowie Fotos von ihm tauchten in Dokumenten im Zusammenhang mit den Epstein-Ermittlungen auf. Eine bloße Erwähnung stelle jedoch keinen Beweis für Fehlverhalten dar. Clinton hat entsprechende Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen.
Der Multimillionär Jeffrey Epstein hatte über Jahre hinweg von New York aus ein Netzwerk betrieben, in dessen Rahmen zahlreiche junge Frauen und Minderjährige sexuell missbraucht wurden.