Gaspreise in Europa steigen sprunghaft an

Die Gaspreise in Europa sind um mehr als 20 Prozent gestiegen und haben den höchsten Stand seit über einem Jahr erreicht.

Hintergrund sind die amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran sowie Störungen im Energietransit durch die Straße von Hormus.

An der maßgeblichen niederländischen Terminbörse TTF kostete eine Megawattstunde Gas mit Lieferung im April am Vormittag 39,84 Euro – das sind 24,6 Prozent mehr als zum Handelsschluss am Ende der vergangenen Woche. Zwischenzeitlich näherte sich der Preis sogar der Marke von 41 Euro. Damit wurde am Vormittag der höchste Stand seit dem 14. Februar des Vorjahres erreicht.

EU importiert LNG aus Katar

Die Preise zogen nach dem israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran am Samstag deutlich an. Teheran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel sowie auf US-Stützpunkte in mehreren Ländern am Persischen Golf, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait und Katar – einer der weltweit führenden Exporteure von Flüssigerdgas (LNG).

Der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus kam nahezu zum Erliegen, obwohl der Iran die wichtige Seeroute offiziell nicht geschlossen hat. Versicherer warnten am Montag, dass sie Schiffsladungen in der weiteren Golfregion vorerst nicht mehr absichern würden.

Durch die Meerenge werden täglich rund 20 Millionen Barrel Öl transportiert sowie etwa ein Fünftel der weltweiten LNG-Lieferungen – überwiegend aus Katar – wie Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) für 2024 zeigen.

Die Europäische Union hat inzwischen die Pipeline-Importe von russischem Gas eingestellt und plant zudem, auch den Bezug von russischem LNG zu beenden. Derzeit bezieht die EU Gas vor allem aus den USA, Katar und Norwegen.

Katar stoppt LNG-Produktion

Die staatliche Energiegesellschaft QatarEnergy teilte mit, die Produktion von Flüssigerdgas vorübergehend eingestellt zu haben, nachdem iranische Angriffe Teile ihrer Anlagen getroffen hatten.

Betroffen seien Ras Laffan – der zentrale Gasverarbeitungsstandort des Landes – sowie Mesaieed, eine weitere bedeutende Anlage zur Erdgasproduktion.

Katar zählt neben den Vereinigten Staaten, Australien und Russland zu den weltweit größten Produzenten von Flüssigerdgas.

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