Neuer Rekord bei Infizierten in Russland

Die Zahl der neu mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Menschen in Russland hat einen neuen Rekord erreicht. In den vergangenen 24 Stunden seien 9.623 neue Fälle hinzugekommen – so viele wie nie zuvor.

Das teilten die Behörden heute in Moskau mit. Damit gibt es nun landesweit mehr als 124.000 nachgewiesene Infektionen. Bisher starben 1.222 Menschen mit dem Virus. 15.000 erholten sich wieder.

Seit Tagen steigen die Infektionszahlen in dem flächenmäßig größten Land der Erde rasant – trotz Ausgangssperren, mit denen eine weitere Ausbreitung des Erregers verhindert werden sollte. Russland liegt laut der Statistik der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität mittlerweile weltweit auf Platz sieben der Infektionsfälle.

Am stärksten betroffen ist die Millionenmetropole Moskau. Dort sind derzeit etwa 62.600 Infektionen nachgewiesen. Die Dunkelziffer dürfte weit darüber liegen. Die Bedrohung nehme weiter zu, sagte Bürgermeister Sergej Sobjanin. Dank der Maßnahmen sei die Zahl der schwer erkrankten Patienten nicht so stark gestiegen wie im schlimmsten Fall erwartet.

Arbeitsfreie Zeit bis 11. Mai verlängert

Im Staatsfernsehen sagte Sobjanin, die Ausgangssperre könne erst dann gelockert werden, wenn die Zahl der Infizierten sinke. In Moskau gilt eine besonders strenge Ausgangssperre. Präsident Wladimir Putin hatte wegen der dramatischen Lage die arbeitsfreie Zeit in Russland bis 11. Mai verlängert. Auch Gesundheitsminister Michail Muraschko meinte, die Quarantäne könne nicht unmittelbar nach dem Höhepunkt der Epidemie komplett aufgehoben werden.

Neben Ministerpräsident Michail Mischustin hat sich nun ein weiteres Regierungsmitglied mit dem Virus angesteckt. Auch Bauminister Wladimir Jakuschew sei erkrankt, meldete die Staatsagentur TASS. Laut seinem Ministerium wird er im Krankenhaus behandelt. Am Donnerstag war bekanntgeworden, dass sich der Regierungschef infiziert hat. Er legte daraufhin seine Amtsgeschäfte vorläufig nieder.

red, ORF.at/Agenturen

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