Wiener Stadtregierung kommt mit 600 Mio-Euro-Corona-Hilfsprogramm aus Klausur

Die erste Regierungsklausur der neuen „Fortschrittskoalition“ von SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig und NEOS-Chef und Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr stand ganz im Zeichen von Corona, die Maßnahmen gegen die Pandemie und die dadurch ausgelöste Krise.

Heute, Mittwoch, haben Bürgermeister Ludwig, Vize Wiederkehr und die zweite Vizebürgermeisterin Kathrin Gaál das Ergebnis der Klausur bei einem Mediengespräch im Rathaus vorgestellt: Wien stützt Wirtschaft und Arbeitsmarkt mit einem 600 Millionen Euro schweren Konjunkturpaket. Im Bereich der Bildung wird Personal aufgestockt. Für Kultur und Tourismus gibt es maßgeschneiderte Unterstützung für den Neustart nach dem Lockdown.

Der Fokus der Stadtregierung bei der Bewältigung der Corona-Krise am Arbeitsmarkt liegt bei den Jungen, der Generation 50 Plus und Selbständigen. Die „Joboffensive 50plus“ wird fortgesetzt, die überbetriebliche Lehrlingsausbildung wird ausgebaut und eine neue Förderschiene für Ein-Personen-Unternehmen (EPUs) eingerichtet. Programme wie der „Digi-Winner“ für die Umschulung auf IT-Berufe laufen ebenfalls weiter. „Frauen sind in der Corona-Krise öfter durch die Doppelbelastung Home Office und Home Schooling für die Kinder betroffen, das geht aus dem Wiener Frauenbarometer 2020 hervor. Digitale Kompetenz schützt besonders vor Jobverlust und steigert die Arbeitsmarkt-Chancen für Frauen“, sagte Vizebürgermeisterin und Frauenstadträtin Gaál. Deshalb stockt die Stadt die waff-Frauenförderung auf 10 Millionen Euro auf, mit einem neuen Schwerpunkt auf Ausbildungs- und Weiterbildungsangebote im digitalen Bereich.

Mehr als 20,5 Millionen Euro schüttet die Stadt in einem vierten Corona-Hilfspaket für Arbeitsmarkt und Wirtschaft aus, kündigte Ludwig an.

Neu ist: EPUs können künftig auf die Unterstützung des Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) bei Fortbildungen zählen. 1,5 Millionen Euro sind im Fonds für die Fortbildungen reserviert. Außerdem gibt es eine neue EPU-Förderung, mit der Wien Einzelunternehmerinnen und –Unternehmer bei der Entwicklung neuer Geschäftsideen unterstützt. 5 Millionen Euro sind dafür veranschlagt, so Ludwig.

Aufgestockt auf 4 Millionen Euro werden auch die Mittel für die Wiener Geschäftsbelebung – wer ein Geschäftslokal sanieren, revitalisieren oder ein leerstehendes Geschäft wiedereröffnen will, kann mit bis zu 25.000 Euro Förderung rechnen.

Wien ist seit Jahren Weltspitze beim Kongress-Tourismus. Um die Corona-Auswirkungen auf den Kongress-Standort Wien abzufedern, bringt die Stadt ein 4 Millionen Euro schweres Förderpaket auf Schiene, das Veranstaltern bei Entwicklung neuer Konzepte (Stichwort „Hybrid Event“) helfen soll.

Infrastrukturprojekte sollen die Bauwirtschaft ankurbeln – und damit auch den Jobmarkt: Wien investiert in die Öffis mit der neuen U2 und U5, in Schulgebäude mit Neubauten und Schulsanierungen, in Betreuungseinrichtungen für Seniorinnen und Senioren sowie in Sportstätten und Eventhallen. In den Neu- und Ausbau von Sportstätten fließen mehr als 150 Millionen Euro: unter anderem in die neue multifunktionale Sport-Arena in der Leopoldstadt, ein neues 50-Meter-Sportbecken im Stadionbad sowie in neue Infrastruktur für Fußballvereine in den Bezirken. Das passiert im Rahmen des Sportstätten-Entwicklungsplans „Sport.Wien.2030“. Insgesamt hat die Stadtregierung ein 600 Millionen Euro schweres Konjunkturpaket geschnürt.

 

 

(wien.gv.at)

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