Am 31. März 2026 präsentierten Innenminister Gerhard Karner, Generaldirektor für die öffentliche Sicherheit Franz Ruf sowie der Direktor des Bundeskriminalamts Andreas Holzer im Innenministerium die Kriminalstatistik für das Jahr 2025.
Karner betonte: „Die polizeiliche Kriminalstatistik bietet einen Überblick über aktuelle Entwicklungen, Trends und Auffälligkeiten und dient als Grundlage für strategische und operative Maßnahmen der Polizei.“ Neben allgemeinen Entwicklungen würden auch zentrale Schwerpunktbereiche detaillierter analysiert.
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 538.656 Anzeigen erstattet – ein Anstieg um 4.463 Fälle bzw. 0,8 Prozent im Vergleich zu 2024. Die Aufklärungsquote konnte weiter auf 53,6 Prozent gesteigert werden.
47,7 % ohne österreichische Staatsbürgerschaft
Insgesamt wurden 345.095 Tatverdächtige ermittelt. Davon waren 180.493 österreichische Staatsbürger, während 164.573 ausländische Tatverdächtige waren – ein Anteil von 47,7 Prozent. Unter den nicht-österreichischen Staatsangehörigen stellten Personen aus Rumänien, Syrien und Deutschland die größten Gruppen.
Mit 163.685 angezeigten Fällen hat sich die Eigentumskriminalität in den vergangenen zwei Jahrzehnten nahezu halbiert. Besonders deutlich ist der Rückgang bei Wohnraumeinbrüchen (Wohnungen und Häuser) sowie beim Diebstahl von Kraftfahrzeugen – beides Deliktbereiche, die in früheren Jahren als besonders problematisch galten.
Cyberkriminalität nimmt weiter zu
Im Jahr 2025 wurden 63.459 Fälle von Internetkriminalität registriert – ein Anstieg von 1,8 Prozent. Online-Betrug bleibt weiterhin ein zentrales Problem. Gleichzeitig wird das Internet zunehmend auch als Tatmittel für andere Delikte genutzt, etwa beim Missbrauch von Datenverarbeitung.
Tatverdächtige werden immer jünger
Im Bereich der Jugendkriminalität ist ein deutlicher Anstieg bei Tatverdächtigen im Alter von 10 bis 14 Jahren zu verzeichnen – die Zahl der angezeigten Straftaten hat sich seit 2021 nahezu verdoppelt. 51,3 Prozent dieser Gruppe besitzen keine österreichische Staatsbürgerschaft, wobei insbesondere Jugendliche aus Syrien stark vertreten sind.
Ein zentraler Schwerpunkt bleibt die Bekämpfung der Cyberkriminalität – vor allem durch verstärkte Spezialisierung, den Ausbau internationaler Zusammenarbeit sowie eine engere Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Telekommunikation.
Gleichzeitig wird die erfolgreiche Strategie zur Bekämpfung der Eigentumskriminalität konsequent fortgesetzt – insbesondere durch gezielte Schwerpunktaktionen, internationale Vernetzung und verstärkte Präventionsmaßnahmen.
Ein weiterer Fokus liegt auf der frühzeitigen Aufdeckung von Kontroll- und Missbrauchsdelikten, etwa im Bereich des Sozialleistungsbetrugs, durch eine verbesserte Zusammenarbeit mit Behörden und Institutionen.
Ziel bleibt eine effektive Kriminalitätsbekämpfung, deren präventive Eindämmung sowie eine nachhaltige Stärkung des Sicherheitsgefühls in der Bevölkerung.