Das neue Krankenhaus wird die bisherigen Standorte in Hollabrunn, Korneuburg und Stockerau bündeln. Nach seiner Fertigstellung ist vorgesehen, dass es – ebenso wie der künftig als Klinikum Weinviertel-Nord geführte Standort in Mistelbach – die Funktion eines Schwerpunktspitals übernimmt.
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Klarer Favorit unter den Standorten
Das Landesklinikum Weinviertel-Süd wird im Gebiet Stockerau-Alte Au errichtet, erklärte Landesrat Kasser in St. Pölten. Dieser Standort habe sich im Auswahlverfahren deutlich gegenüber allen anderen Optionen durchgesetzt. Auch das zweitplatzierte Grundstück befand sich in Stockerau. Die Umsetzung des Projekts ist für einen Zeitraum von zehn bis 15 Jahren geplant. Vorgesehen sind rund 700 Betten sowie etwa 100 ambulante Behandlungsplätze.
Breites medizinisches Angebot und regionale Vernetzung
Das Klinikum soll über spezialisierte Abteilungen in zahlreichen Fachbereichen verfügen. Neben der Versorgung der umliegenden Bezirke wird es auch als Partnerklinik fungieren und spezialisierte Leistungen für Patientinnen und Patienten aus anderen Einrichtungen der Region anbieten. Parallel dazu wird das Schwerpunktklinikum Weinviertel-Nord in Mistelbach auch künftig – über das Jahr 2040 hinaus – sein bestehendes Leistungsspektrum beibehalten. Grundsätzlich bleiben alle bestehenden Strukturen so lange erhalten, bis neue Kapazitäten geschaffen sind, betonte Landesrat Martin Antauer (FPÖ).
Standortwahl und Kriterien
Von insgesamt 14 eingereichten Grundstücken wurden zehn in die engere Auswahl aufgenommen. Ausschlaggebend für den Ausschluss mehrerer Standorte war vor allem deren unzureichende Größe, erläuterte Gottfried Haber, Vorsitzender der Kommission und Professor für Gesundheitsmanagement an der Universität für Weiterbildung Krems. Der ausgewählte Standort überzeugte insbesondere durch seine gute Erreichbarkeit für Personal und Patientinnen und Patienten sowie durch seine hohe Versorgungsqualität, ergänzte Rainer Ernstberger, Ärztlicher Direktor der bestehenden Standorte.
Ausbau der Gesundheitsinfrastruktur
Der Bau des neuen Klinikums ist Teil einer umfassenden Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung im Weinviertel. Begleitend dazu sind weitere Maßnahmen geplant: In Hollabrunn entsteht ein Gesundheits- und Pflegecampus mit insgesamt 288 Betten. Dieser umfasst unter anderem ein Pflege- und Betreuungszentrum, ein psychosoziales Zentrum, ein Mutter-Kind-Haus sowie eine Tagesbetreuung für ältere Menschen.
Ebenfalls in Hollabrunn wird ein neues Ambulatorium eingerichtet, das fachärztliche Leistungen sowie operative Eingriffe wie Konisationen, Kürettagen, Polypenentfernungen, Hysteroskopien und Laparoskopien anbieten wird. Ergänzt wird das Angebot durch ein Frauengesundheitszentrum sowie eine Einrichtung für Erst- und Akutversorgung.
In Gänserndorf ist neben einer Primärversorgungseinheit und einem Notarztstützpunkt eine zusätzliche medizinische Versorgungseinheit geplant, deren genaue Ausgestaltung derzeit noch abgestimmt wird. In Korneuburg wiederum entsteht ein neuer Ausbildungscampus. Die bestehende Klinik wird entsprechend adaptiert, um eine praxisnahe Ausbildungsumgebung zu schaffen. Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) betonte dabei die attraktive Lage „vor den Toren Wiens“, die dazu beitragen solle, junge Menschen in Niederösterreich zu halten.
Teil des „Gesundheitsplans 2040+“
Die Umsetzung des Landesklinikums Weinviertel-Süd ist ein zentrales Element des im vergangenen Jahr beschlossenen „Gesundheitsplans 2040+“. Ziel ist der Aufbau eines modernen Krankenhauses mit regionalen Schwerpunktfunktionen. Bis zur Inbetriebnahme sollen die bestehenden drei Standorte ihre Zusammenarbeit weiter intensivieren.
Die Entscheidung über den Bau soll in der Sitzung der Landesregierung am Dienstag getroffen werden, gefolgt von einem Beschluss im Landtag am Donnerstag. Zustimmung kam unter anderem von der NEOS-Abgeordneten Edith Kollermann, die insbesondere den transparenten Auswahlprozess und die Einbindung einer unabhängigen Expertenkommission hervorhob. Kritik äußerten hingegen die Grünen: Sie sehen durch den Standort Stockerau vor allem den nördlichen Teil des Weinviertels benachteiligt. Zudem wurde auf mögliche Hochwasserrisiken hingewiesen. „Selbst Ereignisse mit sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit sind heute nicht mehr auszuschließen. Ein Bauprojekt dieser Größenordnung in einem potenziell gefährdeten Gebiet umzusetzen, halten wir für problematisch“, erklärte der Abgeordnete Georg Ecker.