Anzahl der autofreien Haushalte in Wien gestiegen

Während österreichweit die Anzahl der Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner seit dem Jahr 2010 deutlich gestiegen ist, hat in Wien in 20 Bezirken die Anzahl an Autos im Verhältnis zur Bevölkerung abgenommen. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ).

Die Anzahl der Pkw ist in Österreich von 530 pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner im Jahr 2010 auf zuletzt 572 gestiegen. Ein gegenteiliger Trend ist in Wien feststellbar: Hier hat die Anzahl der Pkw pro 1.000 Personen im gleichen Zeitraum von 393 auf zuletzt 375 abgenommen.

Davon ist jedes fünfte Auto betrieblich genutzt, beispielsweise von Handwerkbetrieben oder Zustelldiensten. Werden nur die Pkw der privaten Haushalte betrachtet, kommen in Wien auf 1.000 Personen 300 Pkw. Die Anzahl der autofreien Haushalte ist in Wien von 345.000 im Jahr 2010 auf rund 430.000 gestiegen.

In 20 Bezirken weniger Autos

Mit Ausnahme von Meidling, Döbling und der inneren Stadt ist in insgesamt 20 der 23 Bezirke die Anzahl der Autos im Verhältnis zur Bevölkerungszahl seit dem Jahr 2010 gesunken. Das zeigt eine aktuelle VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria.

In Wien nimmt die Bedeutung des Autos für die Mobilität seit Jahren ab. Im Jahr 2000 legten die Wienerinnen und Wiener noch 37 Prozent ihrer Alltagswege mit dem Auto zurück, im Vorjahr waren es nur noch 26 Prozent, weist der VCÖ auf die Mobilitätserhebungen der Stadt Wien hin. Dieses Mobilitätsverhalten der Wienerinnen und Wiener ist im Österreich-Vergleich sowohl kostengünstiger als auch energiesparender und klimaverträglicher, lässt der VCÖ wissen.

„Im vergangenen Jahrhundert war ein hoher Pkw-Motorisierungsgrad ein Zeichen von Wohlstand, heute ist es ein Zeichen von Mangel: Mangel an Nahversorgung, Mangel an öffentlichen Verkehrsverbindungen, Mangel an Rad-Infrastruktur“, erklärt VCÖ-Experte Michael Schwendinger. So ist im Waldviertler Bezirk Waidhofen/Thaya die Zahl der Pkw pro 1.000 Einwohner von 656 im Jahr 2010 auf mittlerweile 757 massiv gestiegen.

Absolute Zahl der Pkw sinkt

In zehn Bezirken Wiens ist nicht nur im Verhältnis zur Einwohnerzahl, sondern auch absolut die Zahl der Pkw im Vergleich zum Jahr 2010 zurückgegangen, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Am stärksten in Margareten (minus 1.891 Pkw), vor Brigittenau (minus 1.668), Alsergrund (minus 1.536) sowie Mariahilf (1.228) und Neubau (minus 1.212). Auch in der Josefstadt, Innere Stadt, Wieden und Rudolfsheim-Fünfhaus gibt es nun weniger Pkw als noch im Jahr 2010.

Meiste Pkw in Liesing

Im Bezirke-Ranking hat Rudolfsheim-Fünfhaus mit 282 pro 1.000 Personen die niedrigste Anzahl an Pkw, knapp vor Margareten (283) und Brigittenau (285). Dahinter folgen die Josefstadt (311), Neubau (315) und die Leopoldstadt (319). Die meisten Pkw pro 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner weist Liesing mit 494 auf. Nicht einbezogen ist hier die Innere Stadt, weil hier öffentliche Institutionen und zahlreiche Unternehmen ihre Pkw angemeldet haben, wodurch die Statistik verzerrt wird.

Um den Pkw-Motorisierungsgrad weiter zu senken sei laut VCÖ vor allem der Ausbau von Öffi-Verbindungen in den Außenbezirken notwendig: „Insgesamt sind für die Wiener Bevölkerung auch die Verbesserung der Rad-Infrastruktur und ein verstärktes Carsharing-Angebot wichtig.“ Im Vergleich: In Berlin kommen auf 1.000 Personen nur 337 Pkw, in Zürich nur 320.

(MeinBezirk.at/Foto: Pixabay)

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