Wiener Linien testen Diesel aus dem Wald

Die Wiener Linien testen derzeit einen Bus, dessen Tankfüllung zum Teil aus dem Wald kommt. Als Rohstoff für den Alternativtreibstoff wird Waldhackgut eingesetzt.

Am Gelände der Müllverbrennungsanlage Simmeringer Haide wird an der Produktion von Alternativtreibstoffen geforscht – konkret an der Herstellung von synthetischem Rohöl. Der „Holzdiesel“ kommt, zumindest auf einem Prüfstand, bereits in einem Linienbus zum Einsatz. Laut Wiener Linien findet der Praxistest auf einem Rollenprüfstand in Graz statt.

In zwei Testläufen Mitte März 2023 hat das Forschungsteam herkömmlichem Diesel zunächst 15 und dann 25 Prozent des synthetischen Diesels beigemischt. In den kommenden Monaten soll das Ergebnis ausgewertet werden. Das Konzept sei vielversprechend, hieß es. Verwiesen wurde auf eine Studie von Joanneum Research, wonach beim Diesel aus Holz die CO2-Reduktion im Vergleich zu fossilem Diesel bei knapp 90 Prozent liegt.

Die Forschungsanlage in Wien-Simmering ist laut Wiener Linien weltweit die erste Anlage dieser Art; das Projektteam stellt dort aus Waldhackgut, Abfällen und Reststoffen – wie etwa Holzabfällen, Klärschlamm oder Rückständen der Papierindustrie – Synthesegas und in weiterer Folge Diesel her. Künftig könnte eine solche Anlage im Industriemaßstab bis zu zehn Millionen Liter grünen Treibstoff pro Jahr erzeugen und damit bis zu 30.000 Tonnen fossiles CO2 einsparen, hat man berechnet.

Die große Bandbreite an möglichen Endprodukten mache die Technologie sehr vielseitig einsetzbar, ist man überzeugt. So könnten nachhaltige Treibstoffe für Bereiche bereitgestellt werden, in denen Batterien nur schwer zum Einsatz kommen können – also etwa für die Landwirtschaft oder den Flugverkehr.

Geforscht wird daran im Rahmen des Projekts „Waste2Value“. Die Projektleitung hat die Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH (BEST) inne. Neben der Wien Energie und den Wiener Linien sind auch die Bundesforste, die Laakirchen Papier AG und die OMV am Projekt beteiligt. Wissenschaftliche Partner sind die Technische Universität Wien und die Lulea University of Technology in Schweden.

(orf.at)

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