Fall Alma Zadic: Uni prüft 220 Seiten dünne Doktorarbeit nun schon 217 Tage!

Diese Frotzelei der Staatsbürger ist ungeheuerlich: Bereits seit 217 (!) Tagen prüft die Uni Wien, ob in der nur 220-seitigen Dissertation der grünen Justizministerin Alma Zadic tatsächlich Plagiate enthalten sind. Das sorgt auf Facebook und Twitter längst für viel Spott.

Die Plagiats-Prüfer der Universität Wien können sich jedenfalls eins nicht vorwerfen lassen: Dass sie viel zu hektisch an der Causa Alma Zadic gearbeitet hätten. Rein rechnerisch könnten die Experten am Ring bereits jede einzelne Seite der 220-seitigen Doktorarbeit der grünen Justizminister einen ganzen Tag lang auf mögliche Plagiate überprüft haben – doch noch immer lieferten die Dozenten und Professoren der Universität kein Ergebnis ab, ob die Ex-Politikerin der Liste Pilz von anderen Arbeiten abgekupfert und damit die Öffentlichkeit wie auch andere Studenten, die sich vielleicht mehr bemüht haben, betrogen hat.

217 Tage lang halten nun schon die Experten der Universität die Staatsbürger hin – und sie überschritten ihr selbst gesetztes Zeitlimit: Sie wollten “nach dem Sommer” ein Ergebnis abgeben. Sie sagten natürlich nicht, in welchem Jahr.

Dass die Dissertation der jetzt grünen Ministerin genauestens überprüft wird, hat Zadic fünf Plagiatsjägern zu verdanken: Diese Experten stellten dramatische Verdachtsmomente fest und sprachen von “73 Plagiatsteilen” in der recht dünnen Doktorarbeit, die Alma Zadic im Jahr 2017 – als sie gerade der Liste Pilz beigetreten ist – abgegeben hat.
Auch Plagiatsjäger Weber stellte fest: „Da kommt einem das Gruseln.“

Auch Martin Heidingsfelder, der bekannte deutsche Plagiatsjäger, überprüfte die erste Plagiats-Expertise zu Zadics Doktorarbeit “Transitional Justice in Former Yugoslavia. The Influence of the ICTY on the development of the rule of law in Bosnia an Herzegovina, Croatia an Serbia” aus dem Jahr 2017.
Heidingsfelder hat bereits bei der Aufdeckung des aufsehenerregenden Plagiats-Falls des deutschen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg eine wichtige Rolle gespielt: Auf 475 Seiten der Doktorarbeit Guttenbergs fanden sich 29 Plagiatsstellen, der Minister trat daraufhin zurück.

In der Dissertation der österreichischen Justizministerin seien gleich 73 Plagiats-Teile gefunden worden. Der bekannte Plagiatsjäger Stefan Weber sprach mit Chefredakteur Richard Schmitt über die Dissertation der Justizministerin und fällte ein vernichtendes Urteil: “Der Lack ist ab”. Ihm komme bei ihrer Doktorarbeit “das Gruseln”, ein gewisses “intellektuelles Niveau muss doch vorhanden sein”. Wie schwerwiegend die Plagiate sind, machte er im Interview deutlich: “Das Plagiat ist werkprägend, das ist nicht wegzuwischen. Alma Zadic hat sogar zwei ihrer drei Schlussfolgerungen plagiiert. Und auch noch das Inhaltsverzeichnis ihrer Dissertation.”

Im Büro der Ministerin wies man den bereits seit Jänner im Raum stehenden Vorwurf zurück: Die Arbeit entspreche international anerkannten juristischen Standards. „Die Arbeit ist als englischsprachiges Werk streng nach Zitierregeln des Harvard-Bluebook verfasst“, hieß es.

(exxpress.at/Foto: Pixabay)

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