Spitäler: Rund 50 Gefährdungsanzeigen

Aufregung herrscht derzeit auf der Urologie-Klinik am Wiener AKH. Wegen eines Pflege-Personalnotstands verschickte der Primar eine sogenannte Gefährdungsanzeige. Es ist nicht die einzige Gefährdungsanzeige in Wiens Spitälern: Aktuell gibt es rund 50.

Das erklärt ein Sprecher von Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) auf Anfrage von Radio Wien. Gleichzeitig ist man um Beruhigung bemüht: Die rund 50 Gefährdungsanzeigen würden nicht bedeuten, dass das dort das System zusammenbreche, sondern nur kleinere oder größere Missstände aufzeigen. Eine Gefährdungsanzeige sei eine Maßnahme seitens der Personalvertretung, wenn ein Ablauf gefährdet sei, heißt es aus dem Büro des Gesundheitsstadtrats. Darunter würde aber etwa auch fallen, wenn Aufenthaltsräume temporär nicht genutzt werden können.

Hacker will interne Revision an Urologie-Klinik

Die Gefährdungsanzeige zur Urologie-Klinik am Wiener AKH sorgt indes aber für Schlagzeilen. Derzeit können auf der Klinik nur 24 der 48 Normalpflegebetten belegt werden, weil es nicht genug Pflegekräfte gibt, bestätigt die Pressesprecherin des AKH gegenüber Radio Wien. Es kommt zu Verschiebungen von geplanten Operationen. Kurzfristig habe es aufgrund von CoV-Krankenständen nur 14 Betten gegeben.

Die Personalbesetzungsprobleme gebe es schon seit längerer Zeit, weil der ärztliche Leiter mit dem Pflegepersonal nicht gut zusammenarbeite und sich deswegen mehrere Pflegekräfte versetzen hätten lassen, so die AKH-Sprecherin. Die Versorgung von akuten Erkrankungen und Notfällen sei aber jederzeit gewährleistet, wird betont.

Stadt und Ärztekammer schieben sich die Verantwortung für die Situation gegenseitig zu. Gesundheitsstadtrat Hacker will jetzt die Innenrevision bei der Urologie-Klinik vorbeischicken, bestätigte sein Büro gegenüber Radio Wien Medienberichte. Die Wiener Ärztekammer gibt hingegen dem Wiener Spitalskonzept die Schuld.

Gefährdungsanzeige auch in Klinik Floridsdorf

Unterdessen haben etwa auch die Kinderärztinnen und -ärzte an der Klinik Floridsdorf eine Gefährdungsanzeige gelegt. Wie die „Kronen Zeitung“ am Freitag berichtete, ist in der Gynäkologie und Geburtenstation nur noch eine Art von Notbetrieb möglich. Die Nachsorgeambulanz ist schon gesperrt, bestätigte der Wiener Gesundheitsverbund der Zeitung.

Selbst an der Belastungsgrenze, sollen die Kinderärztinnen und -ärzte laut „Krone“ „Crashkurse“ belegen, um in der ausgedünnten Neugeborenenabteilung aushelfen zu können. Dort sind von sieben Facharztposten nur fünf besetzt. Dazu kommen Ausfälle durch Krankheit. Ein reguläres Dienstrad ist demnach nicht mehr möglich.

(ORF.at/Agenturen/Foto: Pixabay)

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