„Stopp Corona“-App: Umstieg auf Open Source steht bevor

Der Quellcode der „Stopp Corona“-App des Roten Kreuzes (ÖRK) soll bald öffentlich zugänglich sein.

 In den kommenden Tagen, möglicherweise aber schon heute werde man auf Open Source umsteigen, sagte Rotkreuz-Bundesrettungskommandant Gerry Foitik heute in einem Pressebriefing. Er freute sich zudem über das kurz zuvor von Datenschützerinnen und Datenschützern erhaltene Lob.

Freiwilligkeit bei der Nutzung, aber auch ein hoher Nutzen für die Anwenderinnen und Anwender seien ausschlaggebend, um diese Instrumente überhaupt zu verwenden, sagte Foitik. Wichtig sei vor allem, die App weiterhin an die Situation anzupassen, sowohl was die Ausbreitung des Virus als auch die von der Regierung angeordneten Maßnahmen betrifft. So könne man das „Containment 2.0“ mehr oder weniger sensitiv gestalten.

„Der Zeitvorsprung, den wir gegenüber dem Virus generieren, kann entscheidend sein, die Pandemie gut unter Kontrolle zu haben und damit mehr soziale Kontakte zulassen zu können“, so Foitik. Allerdings wisse man aus Studien und Simulationen, dass eine große Anzahl von Usern notwendig ist. Aus diesem Grund soll es schon bald im Zuge eines größeren Updates auch die Funktion geben, die App Kontakten weiterzuempfehlen.

Entwickler: Schrems verwendet App

Von Anfang an sei die App – „völlig zu Recht“ – im Zentrum der Betrachtung und Kritik gestanden, betonte Christof Tschohl, Datenschutzbeauftragter des ÖRK. Der Datenschutz sei daher von Anfang an „schon in der Überschrift gesteckt“. Auch er sprach sich gegen eine „Zwangsverordnung“ aus, denn: „Das Vertrauen der Menschen ist zentral.“ Auch weiterhin solle daher ein dezentraler Ansatz in der Funktionsweise verfolgt werden.

„Transparenz schafft Vertrauen, das war uns völlig klar“, so auch Michael Zettel, Country Managing Director des Entwicklers Accenture Österreich. Dass der Quellcode der App nicht von Beginn an öffentlich einsehbar war, sei auf das rasche Drängen auf eine Umsetzung zurückzuführen. Mit dem Datenschützer Max Schrems habe aber nun einer der „führenden Datenschützer Europas“ bestätigt, die App selbst zu verwenden.

Christian Winkelhofer, Managing Director New Technologies bei Accenture Österreich, verwies ebenfalls auf die breite Expertise von außen. Man habe es geschafft, eine zielgerichtete App vor anderen Staaten sicherzustellen – „mit diesem Ergebnis sind wir sicher Europameister“. Umso wichtiger werde die Anwendung, wenn die starken Restriktionen der Regierung im Mai zurückgefahren werden.

red, ORF.at/Agenturen

Mehr dazu

Popularno