Großangelegter Telefonbetrug aufgedeckt: Schaden von über 600.000 Euro – Haftstrafe für 22-Jährigen

Ein 22-jähriger serbischer Staatsangehöriger ist am Landesgericht Feldkirch wegen schweren, gewerbsmäßigen Betrugs zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

Der Mann war Teil einer international organisierten Tätergruppe, die mit sogenannten „Schockanrufen“ gezielt ältere Menschen täuschte und um hohe Geldbeträge brachte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach Angaben der Ermittlungsbehörden fungierte der Verurteilte als sogenannter „Abholer“. Den Opfern wurde telefonisch vorgetäuscht, ein naher Angehöriger – meist Sohn oder Tochter – habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht und befinde sich nun in Haft. Die Anrufer gaben sich dabei als Polizisten oder Staatsanwälte aus und setzten die Betroffenen unter erheblichen Druck. Durch die Zahlung einer angeblichen Kaution sollte die Freilassung ermöglicht werden.

In mehreren Fällen übergaben die Opfer Bargeld und Wertgegenstände an Mitglieder der Bande. Insgesamt beläuft sich der entstandene Schaden – einschließlich versuchter Taten – auf mehr als 600.000 Euro.

Zu der Tätergruppe gehörte laut Polizei auch ein Staatsangehöriger aus Bosnien und Herzegowina, der beim Versuch festgenommen wurde, eine 73-jährige Pensionistin in Graz zu betrügen.

Die Frau wurde von angeblichen Polizeibeamten kontaktiert, die sich als leitender Ermittler sowie als Notfallbeamter ausgaben. Um ihre Glaubwürdigkeit zu erhöhen, wurde sie sogar mit einem vermeintlichen Polizeipsychologen verbunden. Ihr wurde erklärt, ihr Vermögen sei durch flüchtige Kriminelle gefährdet und müsse aus Sicherheitsgründen von der Bank abgehoben und der Polizei übergeben werden. Laut Medienberichten handelte es sich um eine sechsstellige Summe.

Über mehrere Tage hinweg hielten die Täter Kontakt zu der Frau und setzten sie unter Druck. Schließlich wollte sie das Geld abheben, was jedoch aus Sicherheitsgründen nicht möglich war. Dadurch wurde sie misstrauisch und wandte sich an Angehörige, die ihr rieten, direkt die Polizei zu kontaktieren.

Die Ermittler erkannten den Betrugsversuch und stellten eine Falle. Ein Täter, der das Geld angeblich im Auftrag der Polizei abholen sollte, wurde bei der Übergabe festgenommen.

Die Täter nutzten verschiedene Methoden, um das Vertrauen ihrer Opfer zu gewinnen. Häufig gaben sie sich am Telefon als Angehörige aus und erklärten, ihr Mobiltelefon verloren zu haben und nun unter einer neuen Nummer erreichbar zu sein. Nachdem sie das Vertrauen der Betroffenen gewonnen hatten, forderten sie Geld und setzten die Opfer psychisch unter Druck.

Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche und empfiehlt, bei entsprechenden Anrufen besonders vorsichtig zu sein und im Zweifel sofort Kontakt mit den Behörden aufzunehmen.

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