Die Großdemo „Stoppt die Gaslobby“ in Wien

Anlässlich des zweiten Tages der europäischen Gaskonferenz fand am 28. März 2023 eine große Demonstration statt. Rund 3.500 Teilnehmende sollen laut Augenzeugen vor Ort gewesen sein. Schon in den vergangenen Tagen kam es zu verschiedenen Protesten.

Von 27. bis zum 29. März 2023 findet in Wien die europäische Gaskonferenz statt. Große Gasunternehmen und hochrangige Politiker und Politikerinnen sollen vor Ort über die fossile Zukunft entscheiden. Dies erntet viel Gegenwind, weswegen zu der Gegendemonstration „Stoppt die Gaslobby – Power to the People!” am 28. März um 17.30 Uhr am Wiener Stephansplatz aufgerufen wurde.

Bereits am Nachmittag ist es zu Demoaktionen gekommen. Etwa durch einen Banner an jenem Hotel, in der die Konferenz stattfindet. Aber auch vor der OMV Raffinerie in Niederösterreich gab es Proteste. Die Veranstalter der Demo am Abend waren „Attac Österreich“, „BlockGas“, „EsReicht!“ „Fridays for Future“, „GLOBAL2000“, „Greenpeace“ und „Plattform menschliche Asylpolitik“.

Begonnen hat die Demo gegen 17.30 Uhr mit Redebeiträgen und einem Konzert. Rund 3.000 bis 3.500 Menschen waren laut Augenzeugenberichten am Demostart um 18:45 vor Ort. Die Veranstalter selbst sprechen gar von 5.000 Teilnehmern. Die Polizei selbst hat dazu noch keine Zahlen veröffentlicht.

Gegen 19:.10 Uhr bog die Demonstration beim Franz Josef Kai ein. Unterhalb vom Marriot Hotel, dem Austragungsort der Konferenz, soll es zu einer Auseinandersetzungen mit der Exekutive gekommen sein. Laut Augenzeugen wurde Pfefferspray eingesetzt.

Gegen 20.40 Uhr ging die Demonstration Richtung Karlsplatz, wo noch einige Endkundgebungen stattfanden. Die Demonstration vom Dienstag stand auch im Zusammenhang mit der Gegenkonferenz „Power to the People“. Eine Gegenkonferenz, die aus verschiedenen Vorträgen zum Thema Gas und Klimaschutz bestand und zwischen dem 26. und 28. März in Wien stattfand.

Die Demo „Stoppt die Gaslobby“ ist vorläufiger Höhepunkt der Protestaktionen seit Beginn der Gaskonferenz. Schon seit dem 26. März beteiligen sich die Aktivistinnen und Aktivisten an verschiedenen Aktionsformen. Montagvormittag gab es etwa einen Protest am Ring. Auch hier kam es zum mutmaßlichen Pfeffersprayeinsatz der Exekutive und laut eines Aktivisten wurden über 100 Menschen festgenommen. Greenpeace und Amnesty Austria kritisieren die „unverhältnismäßige Reaktion der Einsatzkräfte.“

Gaskonzerne interessierten sich nicht für Sicherheit, Gesundheit oder das Wohlergehen der Menschen: „Während vier von fünf Europäern Schwierigkeiten hatten, ihre Energierechnungen zu bezahlen, hätten die Konzerne Rekordgewinne eingefahren.“ Eine Sprecherin von „Fridays for Future“-Polen schlug in die gleiche Kerbe: „Unsere Energieinfrastruktur sollte unsere Bedürfnisse befriedigen, und uns nicht in Gefahren, Krisen und Kriege stürzen.“

Ein Aktivist von „Don’t Gas Africa“ betonte, dass sich auf der Konferenz in Wien Chefs europäischer Konzerne tummelten, die Menschen aber, die die Klimakrise spürten, nicht dabei seien. Pläne, die Gasförderung in Afrika auszuweiten, würden die Menschen in Afrika ernsthaft bedrohen. Der globale Norden missbrauche Afrika als Tankstelle.

(meinbezirk.at)

Mehr dazu

Popularno