Erste EU-Botschafter Österreichs tot

Wolfgang Wolte Österreichs erster Botschafter in der Europäischen Union starb gestern im Alter von 89 Jahren.

In seinen über 40 Jahren als Diplomat im Dienste der Republik Österreich durchschritt Wolte zahlreiche Stationen im In- und Ausland. Nach seinem Dienstantritt im Jahr 1955 führte ihn seine diplomatische Karriere zunächst an die Österreichische Vertretung in New York. Es folgten Posten unter anderem an den Botschaften in Kanada, Schweden und Deutschland. Von 1980 bis 1986 war Wolte Österreichischer Botschafter in China und von 1987 bis 1993 Österreichischer Botschafter bei der Europäischen Gemeinschaft. In der Zentrale des Außenministeriums war er nach seiner Rückkehr aus Brüssel Sektionsleiter und bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1996 stellvertretender Generalsekretär.

„Botschafter Wolfgang Wolte war nicht nur ein großer österreichischer Diplomat, sondern vor allem Wegbereiter des österreichischen EU-Beitritts“, so Außenminister Alexander Schallenberg.

„In tiefer Trauer müssen wir uns nun von einem Menschen verabschieden, der wie kaum ein anderer Österreicher unsere Europapolitik geprägt und den Geist der europäischen Zusammenarbeit gestärkt hat. Für Generationen von Diplomatinnen und Diplomaten und auch für mich persönlich war und ist er ein inspirierendes Vorbild dafür, wie die Idee des europäischen Friedensprojekts mit Leben erfüllt werden kann. Unsere tief empfundene Anteilnahme gilt seiner Familie und allen, die ihm nahegestanden sind“, so Außenminister Alexander Schallenberg.

Botschafter Wolte ging vor allem durch seinen unermüdlichen Einsatz als glühender Verfechter des EU-Beitritts Österreichs in die Geschichte der österreichischen Diplomatie ein. In den entscheidenden Jahren vor dem Beitritt Österreichs war er als Botschafter in Brüssel maßgeblich daran beteiligt, die Beitrittsverhandlungen zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen.

„Wolfgang Wolte trug Zeit seines Lebens Europa im Herzen. Als erster Botschafter Österreichs bei der Europäischen Gemeinschaft hatte er stets ein klares Ziel vor Augen: Österreich soll Teil der Europäischen Union werden. Von 1987 bis 1993 hat er entscheidend daran mitgewirkt, dass dieses Ziel nur zwei Jahre später Realität wurde. Sein Platz in der Geschichte des österreichischen EU-Beitritts ist ihm sicher und seine Begeisterung für das europäische Projekt soll uns allen als Inspiration dienen. Mein aufrichtiges Mitgefühl gilt in diesen schweren Stunden seiner Familie und seinen Freunden“ so Europaministerin Karoline Edtstadler abschließend.

(dunav.at/bmeia.gv.at)

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